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Svenjas Erlebnis in New Jersey

1

 

Ich bin Svenja da Silva, Salsatänzerin aus Madrid. Ich bin 26 Jahre alt. Ich bin nicht besonders groß, 1,60m. Ich bin sehr zierlich gebaut. Meine Haare sind goldblond mit einem leichten Braunschimmer. Sie sind glatt, lang und ich trage einen seitlichen Fransenpony. Meine Augen sind haselnussbraun. In meiner Freizeit tanze ich auch gerne Hip-Hop, gehe aus und trage nur schwarze, pinke und weiße Sachen. Am liebsten trage ich Röcke, Shirts oder Kleider, eigentlich fast nie eine Hose. Natürlich trage ich auf Grund meiner Größe auch fast nur High Heels. Am liebsten trage ich viel Schmuck. Da ich mit Salsashows mein Leben finanziere, komme ich auch viel in der Welt herum. Neulich habe ich gerade das 53. Land in meinem Leben besucht.

Meine Mutter war Carla da Silva, eine Journalistin. Sie war ebenfalls Spanierin, jedoch stammte sie aus Barcelona. Mittlerweile ist sie seit 9 Jahren tot.

Mein Vater ist Carlos Santos Alvernandéz. Er ist ursprünglich aus Argentinien, lebt aber seit 23 Jahren in Spanien. Er ist eigentlich Verkäufer, doch gehört zur argentinischen Mafia, genau gesagt ist er ihr Boss.

Meine Mutter starb an einem Autounfall, als ich 17 war. Natürlich war es kein Zufall, dass das andere Auto in sie gefahren war. Mein Vater hatte ständig Affären und wollte nicht, dass meine Mutter irgendwann einen Anderen hatte. Deshalb ließ er sie von seinen Handlangern überfahren. Seit ich davon erfahren habe, will er auch mich aus dem Weg räumen...

 

 

2

 

Ich befinde mich gerade für eine Tour durch die USA im Flugzeug Richtung New York. Da ich meinen Vater schlussendlich angezeigt habe, ist die ganze Mafia hinter mir her. Deshalb halte ich mich hier unter dem Namen Lara Tardón auf. Auch mein gefälschter Pass wurde auf diesen Namen ausgestellt, das war die einzige Möglichkeit, schnellstmöglich vor der Mafia fliehen zu können. Auch mein Tanzpartner, Enrico Hernandéz, reist unter falschem Namen, nämlich Marco Santana.

Schließlich landen wir und checken auch schnellstmöglich aus. Auf dem Weg in unser Hotel wird mir allerdings schlecht, Enrico, der am Steuer unseres gemieteten BMWs sitzt, hat keine bessere Idee als anzuhalten. Doch nachdem ich mich schon seit mehreren Minuten ununterbrochen übergeben muss und nun auch noch ohnmächtig werde, fällt ihm nichts anderes ein, als mich in eine Klinik zu bringen.

 

„Ihr Name bitte?“, fragt mich die Sekretärin in der Notaufnahme des New York Mercy. „Lara Tardón“, lüge ich schnell. Doch als der für mich zuständige Arzt nicht herausfinden kann, was mir fehlt, versagt auch noch meine Leber. Der Arzt, Dr. Hopps, weiß sich keinen besseren Rat, als im Princeton Plainsboro Teaching Hospital anzurufen, das allerdings einige Stunden Fahrt entfernt ist. „Dort gibt es einen der besten Diagnostiker, Dr. House. Ich habe bereits hier im NYM. ein Konsulat gehalten, jedoch konnte auch keiner unserer zahlreichen Spezialisten herausfinden, was Ihnen fehlt.“, teilt mir Dr. Hopps schließlich mit. Deshalb bleibt mir keine andere Wahl, als in das von ihm erwähnte Krankenhaus zu fahren.

 

Nach einer ungefähr 5 Stunden andauernden Fahrt kommen Enrico und ich endlich im Plainsboro an. „Hallo, ich bin Lara Tardón, Dr. Hopps vom New York Mercy müsste schon angerufen haben.“, sage ich zur Frau am Empfang, die verständlich nickt und mich in einem Rollstuhl sofort in ein geräumiges, helles Zimmer bringen lässt. Kurz darauf kommt ein gutaussehender Arzt, der sich als Dr. Chase vorstellt. Er sei in Dr. House’s Team und möchte einige Untersuchungen an mir vornehmen. Nachdem mir Blut abgenommen worden ist, wird jetzt auch noch ein CT an mir gemacht. „Bitte halten Sie still“, ertönt es aus dem Raum. Doch es ist nicht Dr. Chase, es ist ein grimmiger, aber verdammt gut aussehender Arzt, der sich als Dr. House vorstellt. Also tue ich, wie mir befohlen wird. Ich versuche so still wie möglich zu halten, doch das funktioniert nicht sehr lange, denn schon nach einer knappen Minute kriege ich einen Krampfanfall. Schnell holt mich Dr. Foreman, ein schwarzer Arzt, aus der Röhre und spritzt mir ein Mittel, das schon nach einigen Sekunden wirkt. Allerdings werde ich schon wieder bewusstlos.

 

„Ob sie wohl schwanger ist?“, höre ich eine Ärztin reden, als ich nun langsam aus meinem Schlaf aufwache:„Hallo?“ – „Oh, Sie sind aufgewacht? Fühlen Sie sich wieder etwas besser? Sie waren fast drei Stunden ohnmächtig!“ – „Wirklich? Nein, es geht mir wieder besser... sind diese Kopfschmerzen normal?“ Fast schon geschockt sieht die Ärztin mich an: „Was sind es für Kopfschmerzen? Aber doch nicht etwa am Oberkopf!?“ Nun muss ich überlegen... wo sind denn die Schmerzen? Langsam lokalisiere ich sie, ganz unten, fast im Nacken. Das antworte ich ihr auch. „Nun, ich denke, Sie müssen sich keine Sorgen machen, während Sie gekrampft haben, haben Sie sich Ihren Kopf angeschlagen. Oh, ich bin übrigens Dr. Cameron!“ – „Es sind aber wirklich starke Schmerzen, sie sind kaum auszuhalten!“ Langsam fasse ich mir hinten an den Kopf, spüre auch schon etwas schmieriges. Deshalb ziehe ich die Hand schnell wieder zurück, und bemerke, dass ich stark zu bluten scheine. Dr. Cameron bemerkt es und beeilt sich, die Blutung zu stoppen.

 

Zwei Stunden später sind die Ärzte immer noch ratlos. Enrico sitzt neben mir und hält meine Hand, „es wird bald wieder, Svenja. Glaub mir, schon Ende dieser Woche wirst du wieder mit mir übers Parkett schwingen.“ In diesem Moment kommt auch schon der gutaussehende Arzt, Dr. House ins Zimmer. „Nun, wir denken, Sie sind schwanger, Lara.“ Geschockt sehe ich ihn an, „nein, das kann doch nicht sein! Und wieso habe ich dann so geblutet?“ – „Wir glauben, der Fötus hängt nicht an Ihrem Uterus, sondern an Ihrer Leber, in seltenen Fällen kann das zu Blutungen, Organversagen und anderen Ausfällen führen. Genau wie das bei Ihnen war... Wir werden Sie heute noch operieren.“ Enrico springt auf, „das kann nicht sein! Nein, ich werde gehen, du kennst unsere Abmachung mit der Schwangerschaft! Leb wohl, ich werde mir eine andere Partnerin suchen!“ In diesem Augenblick stürmt er aus dem Raum und schlägt die Türe hinter sich zu. „Sie haben wohl einen etwas aggressiven Mann?“, fragt House mich. „Nein, er ist nicht mein Mann... nur ein Kollege... nun ja, jetzt wohl nichts mehr von all dem.“ „Auch gut, Sie werden gleich zur Operation vorbereitet. Bis bald“ House geht aus dem Raum, dreht sich aber noch einmal um. Für einen Moment halten wir intensiven Blickkontakt, dann ist er weg.

 

Schließlich werde ich in den OP geschoben, eine Ärztin, Dr. Montgommery, gibt mir ein Anästhetikum und beginnt. „Bitte sagen Sie mir, wenn Sie Schmerzen spüren“, sagt sie mir höflich. Doch alles scheint gut zu verlaufen, zumindest spüre ich nichts. Nach etwa einer halben Stunde hält Dr. Montgommery einen Kloß, ähnlich wie Eingeweide, in die Luft. „Sehen Sie sich das an, dieses Ding wollte Sie von innen zerstören. Eine weitere Schwangerschaft könnte sehr riskant sein, deshalb sollten Sie, falls Sie den Wunsch nach Kindern verspüren, besser über eine Adoption nachdenken.“, erklärt sie mir.

 

Nun liege ich wieder auf meinem Zimmer, ich soll mich noch kurz erholen, dann könne ich gehen, hat man mir gesagt. Dieses mal kommt Dr. Chase in mein Zimmer. „Sie können nun nach Hause. Wo leben Sie eigentlich, ich dachte Sie touren durch Amerika?“ Die Frage treibt mir Tränen ins Gesicht, „ich habe kein Zuhause. Wahrscheinlich werde ich versuchen, einen Flug für das wenige Geld, das ich bei mir habe, zu bekommen und fliege nach Spanien.“ – „Wissen Sie, ich habe da eine Idee. Ich werde Dr. House fragen, ob Sie einige Tage bei ihm unterkommen können. Er hat eine sehr große Wohnung und würde sich sicher über einen Mitbewohner freuen. Ich werde ihn mal fragen.“ Mit diesen Worten verlässt Chase den Raum...


 

3

 

... „House? Würde es Ihnen etwas ausmachen wenn Lara für ein paar Tage bei Ihnen leben würde?“ – „Sind Sie eigentlich verrückt Chase?! Wissen Sie, was der Grund dafür ist, dass ich alleine lebe? Die Menschen nerven mich!“ – „Ach kommen Sie, die Frau ist hübsch und nett. Ich würde sie ja selbst zu mir nach Hause nehmen, aber es wird gerade umgebaut...“ Chase starrt House gerade zu an. House verdreht genervt die Augen und sagt schließlich: „Na gut, aber sie stört nicht, sie lässt mich das Fernsehrprogramm bestimmen und es ist nur für ein paar Tage!“

 

Einige Minuten später kommt Chase wieder in mein Zimmer. „Stellen Sie sich vor, er hat ja gesagt!“ Das überrascht mich, denn Dr. House hat in der Zeit, in der er mich behandelt hat, nicht den Anschein gemacht, interessiert an Kontakten zu sein. Dennoch bin ich froh, nicht nach Hause fliegen zu müssen und dort wieder auf der Flucht vor meinem Vater sein zu müssen, also packe ich meine Sachen. Chase hilft mir dabei, denn er meint, ich solle mich nicht zu sehr anstrengen. Kurz bevor wir fertig sind, betritt House das Zimmer. „Sind Sie fertig? Ich habe nicht den ganzen Tag Zeit...“ Mit einem Lächeln im Gesicht erwidere ich: „Ja, ich packe gerade das letzte Teil ein. Und vielen Dank, dass ich bei Ihnen wohnen darf. Ich werde Ihnen wirklich nicht zur Last fallen!“ – „Ach, tun Sie nicht so! Das tun Sie schon, indem Sie mit mir reden.“

 

Wir sitzen in House’s Auto. Nach einiger Zeit des Schweigens meine ich: „Bitte nennen Sie mich Lara. Und Sie können auch du zu mir sagen.“ Er sieht mich nur verdutzt an und scheint nicht zu wissen, was er sagen soll, doch schließlich reißt er sich zusammen und erwidert: „OK, Lara... dann sag du doch auch zu mir Gregory. Oder einfach Greg. Aber ich bin nicht sehr gesprächig. Und wenn du zu viel redest, fliegst du raus, ist das klar?“ – „Ähm.. ja, natürlich...“ Endlich sind wir angekommen. Wir steigen aus, zwar will ich die Tasche selbst nehmen, doch Greg hievt sie aus dem Wagen und trägt sie nun in seiner einzig freien Hand. Er zeigt auf den noch steckenden Schlüssel: „Bitte nimm du ihn und sperr die Wohnung auf. Es ist die Erste links.“ Ich schließe also die Wohnung auf. Nach kurzem Umsehen bin ich wirklich überrascht. Chase hatte nicht untertrieben. „Wow, die ist aber wirklich groß... und so schön eingerichtet!“ Greg winkt aber nur ab, es scheint ihn nicht im geringsten zu interessieren, was andere Leute über seine Wohnung denken. Stattdessen entgegnet er nur: „Was willst du zu Abend essen? Der Kühlschrank ist im Moment ziemlich leer, wir werden wohl etwas bestellen müssen.“ Er setzt sich hin und weist auf einen Stapel Papier, Bestellkarten vieler verschiedener Restaurants, wie ich gleich herausfinden sollte. „Mir ist es eigentlich egal, wo wir etwas bestellen, such doch du aus“, antworte ich ihm schließlich. Nach ungefähr fünf Minuten einigen wir uns auf etwas vom Italiener. Als das Essen bestellt ist, holt Greg eine Flasche Wein und zwei Gläser. „Darf ich denn überhaupt schon Alkohol trinken?“, frage ich ihn. Er lacht nur, als hätte ich gefragt, was 1+1 sei und antwortet: „Das mit dem Alkohol wird total überschätzt. Das dient doch nur als Abschreckung. Denkst du etwa es macht einen Unterschied ob du heute oder in zwei Wochen was trinkst?!“

 

Ca. eine viertel Stunde später ist unser Essen da, wir haben schon die halbe Weinflasche leer getrunken. Ich nehme es entgegen und wir essen es schweigend. Nach der Hälfte hole ich auch noch eine zweite Flasche Wein. Wir essen immer noch ohne ein Wort zu sagen, und leeren auch diese Flasche.

Nach leckeren Nudeln und ungefähr drei Flaschen Wein und 2 Grappas sind wir beide leicht angeheitert, Greg rutscht etwas näher zu mir: „Weißt du, ich mag dich. Du bist hübsch, und...“ da küssen wir uns auch schon. Er stürzt sich auf mich und öffnet sanft den Reißverschluss von meinem Kleid. Da passiert es: wir schlafen miteinander! Er ist so sanft und vorsichtig, aber gleichzeitig auch wild. An diesem Abend schlafen wir beide auf dem Sofa ein und ich liege in seinen Armen.

 

Am nächsten Morgen ist Greg als erster wach. Als ich aufwache, scheint er schon auf der Arbeit zu sein. Langsam stehe ich auf und ziehe mich an. Allerdings habe ich leichte Kopfschmerzen, wahrscheinlich ein Kater vom Vorabend. Deshalb nehme ich eine Aspirin und gehe derweil für Greg einkaufen. Auf dem Weg dorthin kommt mir die Ärztin, die mich behandelt hat, Dr. Cameron, entgegen. Sie sieht mich schon ziemlich böse an, dennoch sage ich: „Guten Morgen! Wie geht es Ihnen?“ Doch sie läuft nur weiter, ohne ein Wort gesagt zu haben. Sehr zu mögen scheint sie mich nicht. Endlich stehe ich vor dem Supermarkt. Ich gehe hinein und nehme mir einen Einkaufswagen, schlendere gemütlich durch die Regale und komme schließlich zur Kassa. „Das macht dann $ 49,75“, sagt die Verkäuferin zu mir. Ich gebe ihr das Geld und packe die Lebensmittel ein. Schon wenige Sekunden später bin ich wieder auf dem Weg zu Gregs Wohnung.

 

4

 

Als ich die Wohnung betrete, finde ich einen Mann vor, ich kenne ihn nicht, aber er sieht auch nicht schlecht aus. „Guten Morgen... ähm, kann ich Ihnen helfen?“, frage ich irritiert. „Oh, hallo, ich bin James Wilson, House’s bester Freund. Es tut mir leid, dass ich hier einfach reingeplatzt bin. Aber ich musste dringend Unterlagen holen, die ich vorgestern bei ihm liegen gelassen habe. Und wer sind Sie?“ Kurze Zeit zögere ich, ob ich meinen richtigen Namen sagen soll, oder lieber den Gefälschten. Ich entschließe mich dazu, nicht zu lügen und erwidere: „Ich bin Svenja da Silva. Allerdings lebe ich unter dem gefälschten Namen Lara Tardón, denn die argentinische Mafia will mich umbringen.“ Wilson sieht mich mit großen Augen an, er scheint nicht glauben zu können, dass jemand mir etwas tun würde. „Nun, Svenja. Wie ist House denn als Mitbewohner? Ich habe während meiner Scheidung auch mal bei ihm gelebt, aber er war nicht besonders nett. Bitte sagen Sie, wenn er Sie schlecht behandelt.“ „Oh nein, er ist wirklich nett zu mir, vielen Dank!“ Ich kann gar nicht glauben, dass Greg ein schlechter Mitbewohner wäre, so wie er gestern zu mir war. „Und, was machen Sie beruflich?“, frage ich Wilson nun. – „Ich leite die Onkologie im Princeton Plainsboro, manchmal arbeiten House und ich zusammen, aber eigentlich nur in seltenen Fällen. Sagen Sie, gehen Sie eigentlich gerne ins Theater?“ – „Ja, ich liebe das Theater, warum?“ – „Ich habe Karten dafür, aber House und Theater... das ist so als würde man von einem Hund erwarten, ein Handy zu bedienen... und sonst wüsste ich niemanden, der vielleicht gerne mit mir hingehen würde.“ – „Oh, ja, ich würde liebend gerne mit Ihnen ins Theater, für welche Vorstellung haben Sie denn Karten?“ – „Genau gesagt sind die Karten für ein Ballett, für den Nussknacker. Mögen Sie den Nussknacker?“ – „Ja, ich wollte ihn immer schon sehen, aber habe ebenfalls nie jemanden gefunden, der mit mir hingehen würde. Die Karten sind also für heute Abend?“ – „Ja, genau.“ – „Bitte, sagen Sie du. Und ja, ich bin dann um 19 Uhr fertig.“ – „Perfekt, und du kannst mich auch duzen.“

 

Mittlerweile ist es nun schon 14 Uhr, ich beschließe mich zu duschen, damit ich frisch bin für den Abend mit Gregs Kollege. Also schalte ich das Radio ein, stelle mich unter die Dusche und singe laut mit. Nach einer halben Stunde bin ich fertig, ich fühle mich frisch und erholt. Anschließend koche ich Spaghetti mit Tomatensauce und lasse auch noch etwas für Greg übrig. Während ich sie esse, schaue ich Fernseher. Es kommt gerade eine lustige Dokumentation über Seehunde, als es an der Haustür klingelt.

Ich gehe an die Tür, da steht wieder Dr. Cameron, verduzt öffne ich ihr und frage sie: „Hi, was wollen Sie hier?“ – „Ach, reden Sie nicht so. Sie wissen genau, wieso ich hier bin. Ich liebe House, Sie haben das gesehen. Wenn Sie ihm auch nur einen Schritt zu nahe kommen sollten, werde ich Ihnen das Leben zur Hölle machen! Ist das klar?“ – „Nun, was wäre, wenn ich ihm schon näher gekommen wäre... was wollen Sie überhaupt dagegen tun?“ – „Na warten Sie nur ab!“ Mit diesem Satz rennt Cameron weg, sie fängt während dem Laufen an zu weinen und stürzt sich in ihr Auto.

 

Es ist schon 5 Uhr, gerade kommt Greg zur Tür rein. „Hi, Lara“, höre ich von der Tür her. Inzwischen bin ich schon fast fertig fürs Theater. „Greg, ich muss dir etwas sagen. Ich heiße gar nicht Lara, ich lebe nur unter diesem Namen, weil ich von der argentinischen Mafia gesucht und verfolgt werde. Ich ändere meinen Namen ungefähr alle 3 Monate. Im Moment war es nun mal Lara. Aber in Wirklichkeit heiße ich Svenja da Silva.“ House sieht mich mit großen Augen an. „Wow“, ist alles, was er im Moment rausbringt. Er geht in die Küche und findet die Nudeln. „Sind die für mich?“, fragt er als er versucht, vom Thema abzulenken. „Ja, aber bitte... ich hätte es dir früher erzählen sollen, das ist mir bewusst. Aber bitte lass es gut sein. OK?“ Nun nickt er schon fast verständnisvoll, gibt mir einen kleinen Kuss und verschwindet mit den Nudeln, die er sich in der Zwischenzeit aufgewärmt hat. „Danke“, sage ich und lächle. „Haben wir was bestimmtes vor heute?!“, fragt er, als er mein Outfit bemerkt, „du bist schick angezogen. Das heißt, entweder hast du einen Freund oder willst mich ausführen. Weil du aber kein Geld hast, tippe ich auf das Erste. Wer ist es?“ Ich staune, denn ich hätte mir nie gedacht, dass es ihm wirklich wichtig wäre, was ich in meiner Freizeit mache.  „Ähm,... ja, es ist...“, weiter komme ich nicht, denn House unterbricht mich schon: „Es ist Wilson! Er hat es mir erzählt! Wenn eine meiner Huren ein Privatleben hat, stört es mich auch nicht, wir haben gerade einmal miteinander geschlafen, es ist mir egal, verdammt!“

 

5

 

Jetzt klingelt es an der Tür. Wilson ist da und holt mich ab. „Wow, du sieht wirklich umwerfend aus“, sagt er zu mir, als ihm mein hellrosa Abendkleid auffällt. „Danke. Können wir gehen?“ Also steigen wir in sein Auto, einen wunderschönen, ziemlich neuen Mercedes. „Hast du eigentlich schon zu Abend gegessen?“, fragt er mich nach kurzer Zeit. Die Autofahrt mit ihm verläuft nicht so schweigend, wie mit House. „Nein, warum?“ – „Ich habe mir das schon fast gedacht, deshalb habe ich vorher einen Tisch im 4 Seasons reserviert, ich hoffe, das ist in Ordnung?“ – „Natürlich. Ich hab mir schon fast gedacht, dass das Theater erst später anfängt...“ – „Ja. Was arbeitest du eigentlich?“ – „Ich bin Salsatänzerin. Bis vor kurzem habe ich noch durch Amerika getourt. Aber dann hat mein Tanzpartner mich verlassen. Ist eine lange Geschichte. Vielleicht werde ich mir jetzt hier etwas suchen, ich habe einen Bankerabschluss, da kann ich auch noch was anderes arbeiten und ansässig werden. Was machst du eigentlich gern in deiner Freizeit?“ – „Nun ja, ich gehe gern ins Theater, in Kunstgalerien, höre Musik. Hin und wieder gehe ich auch gerne Rad fahren. Und, was machst du so?“ – „Ich tanze natürlich gerne, fahre auch Rad, höre Musik, sehe mir gerne Filme an und verreise sehr gerne.“ – „Ja, reisen gehört auch noch zu meinen Hobbys.“
Schließlich sind wir da, Wilson steigt aus, rennt ums Auto und öffnet mir höflich die Tür, wir gehen gemeinsam die Treppe hoch und werden schon begrüßt, als wir das 4 Seasons betreten. Sofort werden wir zu unserem Tisch geführt und bekommen die Speisekarte, sowie eine Flasche gut gelagerten, ich glaube sehr teueren, Wein. „James, das ist wirklich wundervoll!“ – „Ich freue mich wirklich, dass es dir gefällt. Ich habe dich im Krankenhaus schon bemerkt, ich fand dich beim ersten Anblick wirklich unglaublich toll.“ – „Wirklich?“ – „Ja, schon wie du da lagst. Wollen wir die Muscheln nehmen?“ – „Natürlich! Ich liebe Muscheln, es gibt einfach nichts besseres...“ – „Ja, genau das finde ich auch. Aber fast alle meine Freunde hassen sie.“ Also bestellen wir die Muscheln, es sind welche mit Weißweinsauce. Sie schmecken einfach vortrefflich. Als wir fertig gegessen haben, kommt noch eine kleine Überraschungsnachspeise, Erdbeeren in Sekt. „Es ist der neue Trend in England und schmeckt einfach unübertrefflich. Ich hoffe, du findest das auch“, meint Wilson schließlich. Ich probiere ein Stück, und muss wirklich staunen, denn es schmeckt noch besser als es aussieht, und es sieht schon sehr delikat aus. Nun sind wir endgültig fertig mit dem Essen und er bezahlt alles. Wir machen uns auf den Weg zu seinem Wagen, wo er mir erneut die Tür aufhält und diese auch für mich schließt. Jetzt fahren wir zu dem Theater, als Wilson plötzlich meint: „Ich habe eigentlich noch nie von diesem Theater gehört, bis ich die Karten geschenkt bekommen habe. Eigentlich gehe ich immer ins New Jersey State Theater, aber dieses scheint etwas abgelegen zu liegen. Mal sehen, wie es ist.“ „Ja genau. Und auch wenn das Theater selbst nicht so toll ist, die Vorstellung wird sicher die gleiche sein, wie im New Jersey State Theater.“, ermutige ich ihn letztendlich. „Ja, so wird es wohl sein...“

 

Doch es kommt ganz anders. Das Theater selbst ähnelt schon einmal eher einer Bruchbude, doch Wilson und ich beschließen, der Vorstellung eine Chance zu geben und setzen uns auf unsere Plätze, die Sitze sind aber ganz normale Stühle, also sehr unbequem. Auch das restliche Publikum besteht eher aus Leuten, die in halb kaputten Jeans und Shirts aufgetaucht sind, es scheinen eher asoziale Menschen zu sein, doch wir hoffen weiterhin auf eine gute Aufführung, die auch gerade beginnt. Der Vorhang geht auf und es kommen Leute zum Vorschein. Doch wir staunen sehr negativ, denn die Schauspieler sind kaum bis gar nicht geschminkt, haben leicht zerrissene Kleidung an und können meiner Meinung nach auch nicht tanzen. Wilson scheint das gleiche zu denken, denn er stupst mich an und meint leicht angewidert: „Es tut mir wirklich leid, dir etwas derartiges zuzumuten. Sollen wir gehen?“ Aber genau in diesem Moment werde ich auch von hinten angestupst, allerdings nicht so sanft wie von Wilson. Ein schmieriger, ungepflegter Mann, ungefähr Ende 30, mit Jeans und einem Feinripp-Tanktop fragt mich: „Hey Puppe, wie viel verlangst du in der Stunde? Bläst du auch?“ Wilson hat das alles natürlich auch gehört, ehe ich mich versehen kann, steht er auf und schlägt den Mann genau auf die Nase. Der Mann geht zu Boden, ich sehe ihm noch kurz nach, er hat angefangen zu bluten, wahrscheinlich ist die Nase auch gebrochen, doch Wilson nimmt mich an der Hand und wir gehen hinaus aus dem Saal.

 

Draußen stehen wir noch kurz vor dem Auto. „Ich hätte nie gedacht, dass es so unmögliche Menschen gibt. Wollen wir lieber mal schauen, ob im Kino vielleicht ein guter Film läuft?“, fragt Wilson enttäuscht. „Ja, warum nicht. Aber diesmal zahle ich.“ Denn immerhin habe ich vor wenigen Stunden meine Konten geregelt, jetzt habe ich erst mal genug Geld, um mich für ein paar Monate über Wasser zu halten. „Ich dachte du hast fast kein Geld?“, wundert sich Wilson aber, ich habe ihm natürlich noch nichts davon erzählt. Also kläre ich die Sache auf: „Meine Cousine hat mir meine zwei Konten zusammengelegt, ich hatte nämlich nur die eine Karte dabei. Deshalb habe ich jetzt mein ganzes Geld abrufbereit.“

 

Wir fahren Richtung Kino, in der Hoffnung, dass es eine gute, noch nicht ausverkaufte Vorstellung gibt. Die Autofahrt dauert fast 15 Minuten, die wir eigentlich nur mit Konversation über Autos verbringen, bei der am Ende rauskommt, dass Wilson eher auf Limousinen steht, während ich ein Fan von Cabrios bin. Einen Parkplatz finden wir zum Glück sehr schnell, doch kaum eine Minute nachdem wir aus dem Auto gestiegen sind, wird uns klar, dass es an diesem Abend noch mehrere Menschen gibt, die ins Kino wollten. Alle guten Filme sind ausverkauft, die einzigen Alternativen wären Winnie Puh oder SpongeBob Schwammkopf- Der Film. Weil wir uns einig sind, diese Kinderfilme absolut nicht sehen zu wollen, sitzen wir ins Auto und diskutieren, was man sonst machen könnte:

„Wir könnten... mann, ich weiß nichts...“, beginne ich schließlich.

„Ich auch nicht. Was wäre mit...? Mir fällt einfach nichts ein!“

„Ja, so kommen wir bestimmt nicht weiter. Gibt es nicht noch ein Kino in der Gegend?“

„Nein, leider nicht. Hast du noch Hunger?“

„Ja, schon irgendwie. Die Muscheln waren ja nicht gerade groß.“

„Komm, gehen wir in ein Diner. Ich kenne hier in der Nähe eines, du wirst überrascht sein. Diesmal aber im positiven Sinn!“

„Das will ich aber auch hoffen! Die Idee ist aber wirklich gut.“

Wilson fährt los, ungefähr zwei Straßen weiter sind wir schon da. Es ist ein kleines, aber wirklich niedliches Diner, es heißt Luke’s. Wir haben den Laden gerade erst betreten, kommt schon ein freundlicher Mann, wahrscheinlich Luke, auf uns zu und überreicht uns eine umfangreiche Speisekarte, die mir fast schon sympatischer vorkommt, als die im 4 Seasons.

Schon nach kurzem Überlegen sind Wilson und ich uns einig, dass wir einen Hamburger mit Pommes wollen, dazu einen Kaffee.

Auch die Zubereitung dauert nicht besonders lange, denn schon nach ungefähr fünf Minuten steht ein riesiger Teller mit einem sogar noch größeren Hamburger und vielen Pommes darauf auf unserem Tisch. „Guten Appetit!“, wünscht mir Wilson. Ich erwidere es und wir beginnen zu essen.

 

Als wir fertig sind, über eine Stunde später, reden wir noch ein wenig und bezahlen dann. Wilson will mich nach Hause fahren, aber schon kurz nach dem Einsteigen schlafe ich ein. Es fällt ihm auch gleich auf, weil er mich gefragt hat, ob mir der Abend auch gefallen hat, aber keine Antwort bekommen hat. Deshalb beschließt er, mich schlafen zu lassen und fährt weiter zu seiner Wohnung. Als wir ankommen, trägt er mich sanft vom Auto in sein Bett und deckt mich zu. Er selbst schläft, höflich und anständig wie er nun mal ist, auf seinem Sofa.
29.10.08 22:14
 


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