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Mein Bloq/Myself

Heute habe ich das erste mal angefangen, meinen Blog hier zu nutzen. Das Ganze hat natürlich seine Hintergründe, ich war ziemlich beschäftigt damit, meine erste Geschichte fertig zu kriegen. Die werde ich jetzt auch bald online stellen.

Aber erst mal etwas zu meiner Person

 

Ich bin (fast) 16.

Ich komme aus Bludenz, Vlbg.

Ich trage gerne moderne, neue Kleidung und hohe Schuhe.

Ich gehe in die HAK Bludenz.

Ich mache in meiner Freizeit gerne etwas mit Freunden, gehe tanzen, mache Yoga, schaue TV und höre Musik.

Ich reise gerne.

Ich spreche spanisch, englisch, deutsch und holländisch (ein bisschen.)

Ich höre gerne Hip-Hop, R'n'B, Rock. Eigentlich alles außer Techno.

Ich schaue gerne Horrorfilme & Thriller aber auch Romanzen, Dramen und Komödien.

Ich mag pink, schwarz, weiß und lila.

26.10.08 21:47


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Forsetzung der Geschichte

6

Am nächsten Morgen wache ich schon früh auf, ich habe schließlich schon früh geschlafen. Überrascht, wo ich bin, stehe ich leise auf, schon kurz nachdem ich aus dem Schlafzimmer komme, wird mir klar, dass ich in Wilsons Wohnung bin. Ich kann nicht anders als zu lächeln, denn Wilson sieht einfach zu lieb aus, wie er auf dem Sofa schläft. Ich schleiche mich in die Küche, wo ich einen Espresso mache, doch scheinbar bin ich etwas zu laut, denn er wacht mittlerweile auch auf und kommt in Richtung Küche. „Guten Morgen, wie hast du geschlafen? Ich hoffe es ist okay, dass ich dich nicht mehr geweckt habe, du hast so lieb geschlafen gestern Abend.“, begrüßt er mich an diesem Morgen. Ich fange an zu lachen und antworte ihm: „James, es ist wirklich so nett, was du getan hast. Aber es hätte mich auch nicht gestört, auf dem Sofa zu schlafen! Willst du auch einen Kaffee?“

„Ja, gerne. Aber nein, es ist nur höflich und angemessen, dich im Bett schlafen zu lassen.“

Er kommt neben mich und nimmt sich den Kaffee, den wir im Stehen trinken. Als wir beide fertig sind, kommt er näher, wir küssen uns sanft. „Ich habe wirklich noch nie so eine unglaubliche Frau wie dich getroffen, ich glaube, ich habe mich in dich verliebt, Svenja.“ Ich bin gerührt, weiß aber nicht was ich sagen soll, deshalb küsse ich ihn nochmals. Währenddessen nimmt er mich in den Arm, und wir stehen noch lange so da. Als ca. 10 Minuten vergangen sind, in denen wir uns nur geküsst haben, fragt er mich schließlich: „Willst du nicht bei House ausziehen und zu mir ziehen?“ Zuerst weiß ich nicht, was ich sagen soll, aber die einzig richtige Antwort ist einfach: „Ja!“

Noch an diesem Nachmittag fahren wir gemeinsam zu Gregs Wohnung. Ich gehe hinein und lege den Schlüssel schon beim Reinkommen auf den Küchentisch, schreibe noch einen kleinen Zettel für ihn und lege ihn dazu:

„Hi Greg,

vielen Dank, dass ich ein paar Tage bei dir wohnen durfte. Ich ziehe jetzt aus, denn ich will dir nicht weiter zur Last fallen. Danke nochmals."

Außerdem lege ich noch 100 Dollar unter den Schlüssel, dafür dass er mich ein paar mal zum Essen eingeladen hat. Anschließend packe ich noch alle meine wenigen Klamotten, die ich nur dabei habe ein und gehe wieder hinaus. Dort wartet schon Wilson auf mich und steckt die Tasche in seinen Mercedes. „Hast du alles?“, fragt er mich noch, als ich nicke steigen wir ein. Jetzt fahren wir los, während dem Fahren hören wir die neue CD von Amy MacDonald und singen sogar noch mit.

In der Wohnung angekommen stelle ich die Tasche ab, und da es schon Abend ist, beschließen wir, gemeinsam etwas zu kochen. „Was sollen wir kochen?“, fragt Wilson mich, denn die Auswahl ist sehr groß. „Keine Ahnung... wie wäre es mit Nudeln? Vielleicht mit einer Fischsauce?“ – „Ja, warum nicht. Welche Nudeln sollen wir nehmen?“ Schließlich entscheiden wir uns für Vollkornpenne. Zuerst schneide ich den Lachs in kleine Stückchen, Wilson schneidet das Gemüse. Als das Wasser für die Nudeln endlich kocht, gebe ich schnell welche in den Topf, dann widme ich mich auch dem Gemüse. Nun ist alles fertig, wir geben das Gemüse in den Topf und lassen es weich kochen, passieren es und geben noch den Lachs dazu. Wilson schmeckt zuerst ab: „Irgendwie gehört da noch etwas Rahm hinein. Findest du nicht auch?“ – „Mh... ja, auf jeden Fall!“

Das Essen ist jetzt fertig, Wilson bringt die Nudeln zum Tisch, ich die Sauce. Wir setzen uns beide hin und essen gemütlich das eben Gekochte. „Das ist echt lecker!“, findet er, was mich ebenso freut, wie ihn. Nach ungefähr je 2 Tellern sind wir satt und liegen gemütlich auf die Couch. Wir schalten den Fernseher ein, es läuft im Moment eine Folge Grey’s Anatomy. Die beschließen wir anzuschauen. „Irgendwie mag ich Derek... aber Meredith ist eine Schlampe“, findet Wilson nach schon ca. einer Minute. „Ja, geht mir genau so. Ich finde Izzy toll... sie ist irgendwie so ein herzlicher Mensch. Fast schon wie eine weibliche Version von dir.“

Das fand er scheinbar so süß, dass er mich in den Arm nimmt und mich küsst. Plötzlich wird die Folge von Grey’s Anatomy so zweitrangig, dass wir sogar miteinander schlafen. Aber es ist ein ganz anderes Gefühl, als mit House zu schlafen, Wilson ist nicht wild, einfach nur so sanft, als würde er die Bedürfnisse einer Frau total verstehen und sich daran anpassen.

Jetzt liegen wir einfach nur da, halten uns im Arm. Ich glaube, ich habe den Mann fürs Leben gefunden – wir brauchen nicht einmal Worte um uns zu verstehen. Wilson scheint instinktiv zu spüren, was ich brauche oder will. Es ist einfach wie ein Traum.

7

Die nächsten drei Wochen vergehen genau gleich wie die paar Tage davor. Wir gehen aus, haben unsern Spaß,...

Heute Abend führt Wilson mich in ein schickes, französisches Restaurant. Dieses Mal bekommen wir aber nicht wie üblich eine Speisekarte, denn er scheint schon im Vorhinein ausgesucht zu haben, was wir essen. In gewisser Hinsicht bin ich wirklich froh darüber, denn die Speisekarte wäre in französisch gewesen, eine der wenigen Sprachen, die ich nicht spreche. Wie üblich wird zuerst ein guter, teurer Wein serviert, als Vorspeise bekommen wir etwas kleines, Schnecken wie ich erfahren sollte. Die Hauptspeise besteht aus einem zarten Kalbsfleisch mit einer guten Sauce. Als Dessert bekommen wir eine Früchteplatte serviert.

Als wir diese auch fertig gegessen haben, wird uns auch noch Sekt gebracht. Ich brauche nicht lange, um zu sehen dass in meinem Sekt etwas kleines schwimmt, das auch noch funkelt. Mir bleibt der Mund offen stehen: Es ist ein Ring!

„Svenja, ich weiß wir kennen uns noch nicht lang, aber: Willst du mich heiraten?“, nehme ich in diesem Moment von Wilson wahr, der plötzlich neben mir auf dem Boden kniet. Zuerst lächle ich ihn an, sprachlos vor Begeisterung und Überraschung, dann falle ich ihm um den Hals und fiepe: „JA!“

Schon am nächsten Tag plane ich die Hochzeit, es wird eine kleine Kapelle südlich von New Jersey, frage eine Freundin, die von Spanien hergezogen ist, Marina, ob sie meine Brautjungfer sein möchte – sie sagt ja! – stelle fest, dass Wilsons Trauzeuge Greg wird – was übrigens nicht wirklich zu meiner Freude ist! Als ich den ganzen Tag daran geschuftet habe, fehlt erstaunlicherweise nur noch das Kleid, die Schuhe und die Frage des Stylings. Als Wilson um kurz nach 8 nach Hause kommt, zeige ich ihm die kleine, in einem Tag organisierte, Hochzeitsplanungsmappe. „Oh mein Gott! Das hast du jetzt wirklich in einem Tag geschafft,... wann ist der Termin?“, fragt Wilson erstaunt. „Es ist der 21. Juli!“, platze ich heraus. „Svenja!!!!!!“ – „Was denn?“ – „Das ist schon in ein einhalb Wochen!“ – „James... ich habe die Gästeliste, Brautjungfer, Trauzeuge,... alles einfach außer meinem Kleid.“ Dem Ganzen setze ich noch einen Grinser dazu. Anschließend gehen wir ins Bett.

Am nächsten Morgen gehen Marina und ich los, um mein Brautkleid und die passenden Schuhe zu kaufen. Natürlich nehmen wir mein BMW 1er-Cabrio, das ich mir vor zwei Wochen gekauft habe. Jetzt sind wir beim Geschäft und gehen auch hinein. Die Verkäuferin begrüßt uns freundlich und fragt, wer denn die glücke Braut sei. „Ich bin es. Also ich möchte auf jeden Fall ein Kleid das entweder rosa schimmert oder weiß mit leicht rosa ist.“, füge ich hinzu.

Die freundliche junge Dame zeigt mir insgesamt 7 Modelle: eines schöner als das andere. Meine beiden Favoriten sind einmal ein blassrosa Kleid mit einer drei Meter langen Schleppe, Pailletten, und wunderschönen Raffungen. Das andere ist ein weißes Kleid mit kleinen Bändchen um den sehr weiten Unterteil, natürlich in rosa. Es hat keine Schleppe, dafür sind Kristalle auf dem Oberteil angebracht. Ich kann mich einfach nicht entscheiden, welches ich nehmen soll, denn beide Kleider stehen mir einfach wunderbar. „Hach, weißt du was, Marina? Ich nehme jetzt einfach das weiße Kleid! Schließlich will ich es doch lieber etwas traditionell halten!“ Also kaufen wir es. Marina haut es fast vom Hocker, als sie sieht, dass es 5.000 Dollar kostet.

8

Es ist schon Donnerstag, wir heiraten schon am Dienstag. Heute gehe ich gemeinsam mit Wilson zur Arbeit, nur um mal seine Kollegen und Arbeitswelt kennen zu lernen. „Und wie lange arbeitest du?“, frage ich ihm auf der Fahrt. „Heute nicht so lange, nur von 9 bis 5.“

Erleichtert drehe ich meinen Kopf wieder zur Straße hin, immerhin darf heute ich fahren. Bis zur Arbeit sind es ja nur drei Minuten, die auch wie im Flug vergangen sind. Wir steigen aus dem Auto und gehen hoch. Als erstes kaufen wir uns einen Kaffee, den trinken wir auf dem Weg zu Wilsons Büro. Das Krankenhaus hat sich eigentlich gar nicht verändert. Greg arbeitet heute missmutig in der Ambulanz, scheinbar dazu verdonnert von der Krankenhausleitung. Dr. Cameron sagt immer noch kein Wort zu mir und dann gibt es da immer noch den gut aussehenden Arzt, Dr. Chase. Wilson geht mit mir in sein Büro, in dem sogar ein Sofa und ein Fernseher stehen. Ich darf natürlich nicht den ganzen Tag fernsehen. Denn immerhin behandelt er Patienten auch in seinem Büro. „Nun ja, du kannst mit den Schwestern über die schlecht aussehenden Typen ablästern, dich mit House’s Mitarbeitern unterhalten, ein bisschen in den Krankenhausshops einkaufen, oder du gehst zu den Komapatienten fernsehen.“, antwortet mir Wilson, aber in diesem Moment kommt auch schon der erste Patient herein und ich werde vor die Tür gestellt.

Also laufe ich durchs Krankenhaus, genervt vor lauter Langeweile. Ich komme an dem Zimmer vorbei, in dem die Angestellten von House arbeiten. Genau Dr. Chase sitzt alleine drinnen und liest Zeitung. Ich betrete den Raum und sage hi. „Hi... sind Sie nicht die Verlobte von Wilson?“, fragt er mich. „Ja, genau, mir ist langweilig. Sie haben doch sicher nichts zu tun, oder? Wollen Sie nicht mit mir quatschen?“ – „Ja, genau! Also, du heißt Svenja, nicht? Ich bin Chase.“ „Ah... ja... genau...“ – „Mhh...“ Uns ist natürlich klar, dass das Gespräch nirgendwo hinführt. Chase ergreift die Initiative, steht auf und sagt: „Komm doch mal mit.“ Wir gehen zusammen den Gang entlang, irgendwo kommt ein Lift, in den wir einsteigen und zwei Stockwerke runterfahren. Jetzt sind wir im Keller, gehen wieder einen langen Gang entlang. Ich will ihn fragen, wo wir hinlaufen, aber er winkt nur ab. Am Ende des Ganges ist eine Tür, durch die wir gehen, ich kann mir denken, wo wir sind: In einer Schlafkammer! Bevor ich aber etwas sagen kann, fängt Chase an, meine Bluse aufzuknöpfen, während er mich küsst. Irgendwie ist es mit ihm noch besser, als mit House und Wilson! Also mache ich mit, plötzlich treiben wir es auch! Es ist einfach nur genial, aber ich mache mir Sorgen, dass Wilson reinplatzen könnte.

Wir sitzen wieder im Auto und fahren nach Hause, reden, wie unser Tag war. „Ja, er war ziemlich gut. Ich hab mir ein Bisschen das Krankenhaus zeigen lassen, ich kenn mich jetzt fast überall aus.“ – „Schön. Ich hab dich gar nicht gesehen. Wart ihr im Ostflügel?“ – „Ja, Radiologie, HNO-Station, Unfallchirurgie,... das Zeug eben. Und du?“ – „Das übliche, Besprechung, OP, Besprechung, OP,... eigentlich nur langweiliges Zeug.“ Irgendwie habe ich schon ein schlechtes Gewissen wegen dem Sex mit Chase, aber wir haben uns darauf geeinigt, dass Wilson es nicht wissen sollte. Zu Hause essen Wilson und ich noch ein Fischrisotto, schauen Fernseher, und gehen schon ziemlich früh ins Bett.

Es ist der nächste Morgen. Ich sitze wieder alleine zuhause und mache Yoga. Gerade als ich eine Kopfüber-Übung mache, klingelt die Haustüre. Um runter zu kommen, lasse ich mir natürlich Zeit, ich will mir ja nicht weh tun, doch dann renne ich fast schon zur Tür. Davor steht Chase! Ich hätte nicht gedacht, dass er wirklich vorbei kommen würde... Dennoch öffne ich ihm die Tür, er kommt wieder zur Tür rein und überfällt mich schon fast mit seinen Küssen. Wiederholt schlafen wir miteinander, irgendwie ist mein schlechtes Gewissen nicht mehr so schlecht wie gestern. Natürlich bin ich nicht stolz darauf, aber ich genieße seine Anwesenheit so sehr. „Du willst nicht wirklich Wilson heiraten, obwohl du offensichtlich auf mich stehst?!“, fragt er mich, während wir in Wilsons und meinem Bett liegen. „Chase... es ist komplizierter. Und du weißt das!“ Leider fällt mir wirklich nichts besseres ein, immerhin ist es wirklich nicht kompliziert.

9

Heute ist der Tag der Hochzeit. Ich sitze in einem kleinen Räumchen der Kapelle, werde von der Stylistin geschminkt und bekomme auch meine Haare gemacht. Sie werden gelockt und hochgesteckt, anschließend schlüpfe ich in mein wundervolles Kleid, auch in die rosa Pumps, die ich passend dazu gekauft habe. Jetzt bin ich fertig, Marina und ich gehen gemeinsam runter. Aber kurz bevor sie die Tür öffnet, drückt sie diese noch mal zu und fragt mich: „Willst du ihn auch wirklich ernsthaft heiraten? Chase ist doch... du weißt schon!“ – „Ich bin mir nicht sicher... und ich weiß auch absolut nicht, was ich machen soll. Ich werde jetzt wahrscheinlich da runter gehen und Wilson heiraten?“ Sie nickt mir verständnisvoll zu und hält mir die Tür auf. Wir gehen zusammen die Treppe runter.

Chase versuchte, sein Auto zu starten. Doch irgendwie sprang der dämliche Porsche nicht an! Deshalb setzte er sich auf sein Fahrrad, natürlich trug er nur seine Jeans und ein Hemd. Er hatte nicht damit gerechnet, das zu tun, doch er konnte einfach nicht anders als die Hochzeit zu verhindern. Er trat in die Pedale, so schnell es ging, fuhr er diese 12 Kilometer bis zur Kapelle, in der sich Wilson und Svenja das Ja-Wort geben wollten. „Hoffentlich komme ich noch rechtzeitig“, dachte er sich und trat noch schneller. In seiner Hemdtasche hatte er den teuersten Ring, den er finden konnte.

Ich schreite gerade zum Altar. Marina begleitet mich, anstatt meines Vaters. Vorne steht schon Wilson.

„Wollen Sie, James Wilson, die hier anwesende Svenja da Silva heiraten?“, fragt der Pfarrer. – „Ja, ich will.“ Langsam fange ich mir wirklich an, Sorgen zu machen wegen der Hochzeit. „Wollen Sie, Svenja .....“ Der Pfarrer kann nicht einmal seinen Satz zu Ende sprechen, da springt die Tür ruckartig auf, Chase kommt angerannt. „Nein! Svenja, ich liebe dich! Bitte...“ er kniet vor mir nieder, „heirate MICH!“, und hält mir einen wunderschönen Ring mit Brillianten entgegen. „Oh mein Gott...“, ist alles, was ich rausbringe. Ich drehe mich wieder zu Wilson, ich kann einfach nicht anders, als den Kopf schuldbewusst den Kopf zu schütteln. Er weiß sofort, was ich meine und begreift natürlich auch, was vorher passiert sein muss. „Warum?“, ist alles, was ich höre, er schielt auf den Boden und geht.

Also heiraten jetzt Chase und ich, wie es aussieht. Marina springt in der Gegend herum, vor lauter Freude. Sie war natürlich schon immer dafür, dass ich Wilson nicht heirate. „Nun, sind jetzt die richtige Braut und der richtige Bräutigam anwesend?“, fragt Pfarrer Brown nun. Als ich nicke, fährt er fort. „Also wollen Sie,...?“ – „Robert Chase“ – „Wollen Sie, Robert Chase, die hier anwesende Svenja da Silva heiraten?“ – „Ja, natürlich!“ – „Und Sie, Svenja da Silva, wollen Sie Robert Chase heiraten?“ Ich lächle, sehe ihm noch kurz in die Augen und sage „Ja, ich will.“ Dann küssen wir uns, lang und gefühlvoll. Irgendwie habe ich bei Wilson nie so empfunden. Jetzt trägt Chase mich raus und wir steigen in die Limousine, die uns zum Flughafen bringen soll. Wir fliegen immerhin auf die Flitterwochen, die ich eigentlich mit Wilson geplant habe. „Du überraschst mich jedes mal wieder aufs Neue.“, unterbricht Chase schließlich unser langes Küssen. „Ich weiß, aber diesmal bin ich mir sicher: Das war die richtige Entscheidung!“ „Woher wusstest du es eigentlich?“, will er dennoch wissen. „So sehr ich Wilson auch mochte... es hat eigentlich nie so gefunkt, wie bei dir, wenn wir uns küssten. Was hat dich dazu bewegt?“ – „Ich glaube, es war das gleiche. In meiner Wohnung hat es sich plötzlich so... leer angefühlt. Auch in meinem Leben, ich habe gespürt, dass du ein Teil wurdest, der mir irgendwie gefehlt hat.“ Ich ziehe mich gerade um, immerhin will ich nicht im Hochzeitskleid losfliegen. Die Schuhe behalte ich aber an, die gefallen mir einfach zu gut.

Wir sind am Flughafen von New Jersey angekommen, wo wir aus der Limousine aussteigen. Chase steigt zuerst aus und hilft mir dann dabei. Für ihn ist es irgendwie selbstverständlich, auch das Gepäck zu tragen. Gerade als ich den Koffer nehmen will, nimmt er sanft meine Hand davon weg und trägt ihn selbst, mit den Worten „Ich mach das schon, Schatz.“ Glücklich, nun doch ihn geheiratet zu haben, gehe ich an seiner Seite durch die Eingangshalle und Richtung International Check-In, wir fliegen nämlich nach Paris. Ich bin wirklich froh darüber, unter meinem richtigen Namen reisen zu können, da mein Vater und ich uns kurz vor der Hochzeit vertragen haben, gebe ich meinen echten Pass hin. Wir können ohne Probleme einchecken und haben auch in ungefähr fünf Minuten unsere First-Class Sitzplätze. „Gehen wir noch in die First-Class-Lounge, etwas essen?“, frage ich meinen Mann, der grinst und seinen Arm um meine Schulter legt. „Alles, was du willst.“ Arm in Arm gehen wir gemeinsam in Richtung Lounge, wo wir schnell ein gutes, mexikanisches Restaurant finden. Wir setzen uns und bestellen beide Burritos, ich aber gleich zwei. Chase ist schon fast erstaunt darüber, wie viel ich essen kann, ich winke aber nur ab und sage: „Glaub mir, ich bin ein kleiner Vielfraß!“ Zusammen lachen wir, reden auch noch ein Bisschen über den langen Flug, den wir gleich vor uns haben werden. Die Wartezeit für die Burritos kommt mir extrem kurz vor, was wahrscheinlich die Folge der guten Konversation mit ihm ist. Als die Burritos mit dem ganzen Salat kommen, fange ich an, zu essen und zu essen. Chase kann immer noch nicht glauben, dass ich wirklich auch im Flugzeug noch Hunger haben werde. Genau gesagt glaubt er sogar daran, dass er mein Essen dort kriegen wird. „Mach dir da mal lieber keine Sorgen, mein Essen im Flugzeug kriegst du nicht, Chase“, lache ich. Er kann es einfach nicht glauben...: „Das werden wir ja noch sehen. Wenn du dann im Flugzeug angekrochen kommst und keinen Bissen mehr runter kriegst, ist es dein Problem. Wollen wir wetten?“ Sicher, dass ich die Wette gewinne, setze ich den Einsatz auf 100 Dollar. „Ach, bist du dir wirklich so unsicher? Wie wäre es mit 200?“ – „Tja, ich wollte nur deine Geldtasche schonen... aber wenn du es unbedingt willst! 200.“

Noch während wir beim Essen sind, kommt von etwas weiterem her eine Frau, die mir ziemlich bekannt vorkommt, angerannt. Als sie näher kommt, erkenne ich sie: es ist Dr. Cameron! Sie scheint extrem wütend zu sein, denn ihrem Gesichtsausdruck zufolge scheint sie wohl auch mal mit Chase zusammen gewesen zu sein. „Chase? Was macht Cameron hier?“, frage ich ihn verblüfft, denn sie kommt hinter ihm immer noch näher. Er dreht sich nun um und bemerkt sie ebenfalls. Jetzt steht sie vor uns, sie hat schon fast Tränen in den Augen: „Chase, wie kannst du mir das antun? Wir waren zusammen! Und dann finde ich einen Zettel! Einen Zettel, verdammt!“ Jetzt rinnen ihr große Tränen über die Wangen, ihre Stimme wird leiser: „Du hast einfach mit einem Zettelchen Schluss gemacht. Was habe ich dir eigentlich getan, dass du mich so hintergehst?“ „Allison, wir hatten Sex, zwei oder drei Mal. Was bildest du dir ein? Dass ich dafür die Frau meines Lebens einen anderen heiraten lasse?“ beendet er das Gespräch mit ihr, legt einen Fünfziger auf den Tisch, nimmt mich an der Hand und wir gehen in Richtung Sicherheitskontrolle. „Ich hoffe, es war dir nicht zu unangenehm gerade“, beruhigt er mich, aber ich erwidere nur: „Mach dir da keine Sorgen, es ist ihr Problem. Ihr wart wirklich nicht zusammen? Das war ja mal eine übertriebene Reaktion...“ – „Ja, aber so ist sie einfach. Übertrieben emotional.“ Er gibt mir noch kurz einen Kuss auf die Lippen und verschwindet dann in der Männerschlange der Sicherheitskontrolle, während ich bei den Frauen bleibe. Die Schlange kommt sehr schnell voran, ich glaube, die Kontrollen werden hier am Flughafen nicht so ernst genommen. Jetzt bin ich an der Reihe, ich laufe durch den Sensor, er piept zum Glück nicht. Hin und wieder kann das bei mir schon mal vorkommen, wenn ich vergesse, einen Ohrring oder den Gürtel auszuziehen. Jetzt habe ich auch wieder meine Handtasche und gehe schnellen Schrittes rüber zu Chase, bei dem das ganze scheinbar nicht so schnell vorangegangen ist. Männer scheinen für die Amerikaner einfach krimineller zu wirken.

Jetzt ist auch Chase aus der Kontrolle gekommen, bei ihm hat das Ganze fast fünf Minuten länger gedauert als bei mir. Wieder Arm in Arm gehen wir in Richtung Gate, wo schon der Einlass ins Flugzeug begonnen hat. Die Schlange für die erste Klasse ist nicht besonders groß, schon nach ungefähr zwei Minuten Wartezeit sind unsere Tickets und Pässe gecheckt, wir gehen ins Flugzeug, wo wir auch gleich unsere Sitzplätze finden. Die First-Class ist nicht vollständig besetzt, was natürlich stark zu unserer Freude ist. Wir sitzen eher in der Mitte, auf Sitz 4a und 4b. Kaum eine halbe Minute nachdem wir uns hingesetzt haben, kommt auch schon eine freundliche Flugbegleiterin der US Airways, die Fluggesellschaft, mit der wir heute fliegen, und fragt uns, ob wir etwas trinken wollen. Wir schauen uns kurz an und sind uns beide einig: „Wir hätten gerne Sekt.“ Schleunigst bringt sie uns diesen, doch genau als wir anstoßen, fangen wir schon an, zu fahren. In schnellster Zeit heben wir auch schon vom Boden ab und fliegen hoch in die Luft. Jetzt, da wir so ziemlich die Flughöhe erreicht haben, können Chase und ich endlich anstoßen. „Auf uns“, sagt er und wir nehmen einen ziemlich großen Schluck. Bald haben wir den Sekt getrunken, die Gläser werden auch abgeräumt. Chase und ich beschließen, uns einen Film anzusehen, wir wählen P.S. Ich liebe dich. Aber schon nach den ersten paar Minuten bin ich so müde, dass mir die Augen zufallen und ich jetzt erst mal fünf Stunden lang durchschlafe, obwohl es gerade erst 16 Uhr ist.

Ich träume gerade schön davon, wie Chase und ich im Meer schwimmen gehen, da werde ich sanft aus meinen Träumen gerissen. Er stupst mich an: „Svenja, aufwachen. Es gibt Essen. Du willst dich bestimmt nicht davor drücken!“ Langsam kriege die Situation mit, reibe mir noch kurz die Augen, dann bin ich aber wieder voll wach. „Was gibt es als Auswahl?“, frage ich die Flugbegleiterin. – „Sie können auswählen zwischen Seezunge mit Kartoffeln und Kapern in Weißweinsauce oder Filetsteak mit Pfeffersauce und Kroketten, oder Spaghetti mit Trüffelsauce.“ – „Dann nehme ich die Seezunge“, ich wende mich wieder Chase zu: „Was hast du genommen?“ – „Das Steak“, unterbricht er sein genüssliches Kauen. In der Zwischenzeit wurde meine Seezunge auch angerichtet, zum Glück habe ich schon wieder einen riesigen Hunger. Ich beginne zu essen, natürlich unter der Beobachtung meines Mannes, der immer noch hofft, die 200 Dollar von mir zu kriegen.

Eine viertel Stunde später habe ich letzten Endes auch den letzten Bissen von meinen Kartoffeln geschluckt und beginne, Chase anzustarren, der mittlerweile absichtlich aus dem Fenster schaut. Für ihn war es schon in der Hälfte meines Essens offensichtlich, dass ich die Wette gewinnen würde, deshalb tut er jetzt so, als hätte er es nicht bemerkt. „Du schuldest mir Geld...“, weise ich ihn lächelnd darauf hin. „Na gut. Hier...“, sagt er, als er mir die Wettschulden gibt. Schon eine halbe Stunde später schlafen wir beide wieder ein und verharren auch so, bis wir schließlich zur Landung ansetzen. Jetzt werden wir beide wieder geweckt, diesmal von einer anderen Flugbegleiterin: „Bitte schnallen Sie sich an, wir landen in Kürze!“

Wilson saß bei House zu Hause, mit dabei war natürlich auch eine Flasche Single Malt. Er hatte Tränen in den Augen: „Ich habe sie geliebt House! Verdammt, weißt du eigentlich wie das ist? Wir wollten heiraten!“ House konnte natürlich nichts dergleichen nachempfinden. Er versuchte einfach, für seinen besten Freund da zu sein, dem es im Moment mehr als schlecht ging. Wilson hatte schon soviel von dem Whiskey getrunken, dass er eigentlich nur noch lallte. Gerade als Wilson sich noch ein Glas einschenken wollte, kippte er aber um und schlief ganz plötzlich ein. House dachte sich nichts dabei und ließ seinen Freund den Rausch ausschlafen. Er selbst legte sich ins Bett und sah sich einen Film an.

10

Wir steigen aus dem Flugzeug aus, in Paris scheint die Sonne, soviel wir beobachten konnten. Langsam begeben wir uns zum Laufband, auf dem unsere Koffer gleich herausgegeben werden sollen. Wir haben noch kurz Zeit, unsere Handys einzuschalten und auf die aktuelle Zeit umzustellen. Mittlerweile ist es in Paris 8 Uhr Morgens, es scheint aber ein etwas frostiger Morgen im September zu sein. Zur Sicherheit hole ich mir lieber eine Jacke aus meiner Tasche, in diesem Moment beginnt auch schon die Gepäcksausgabe. Unsere Koffer kommen ziemlich am Anfang, wir brauchen also nicht lange zu warten. Chase nimmt sie alle runter vom Band und schiebt auch den Gepäckswagen wieder. Auf die Frage, ob ich wirklich nichts abnehmen soll, erwidert er nur: „Schatz, ich hab’s dir schon ein paar mal gesagt!“ Also laufe ich neben ihm her, nur meine Handtasche tragend. Wir gehen zum Taxistand und lassen uns zu unserem Hotel, dem Hilton Paris bringen. Die Fahrt dauert eigentlich nicht besonders lange, wir brauchen eine knappe halbe Stunde, der Verkehr ist aber auch sehr ruhig. Dort angekommen, wird uns schon das Gepäck vom Portier abgenommen und hinein gebracht. An der Rezeption ist gerade kein einziger Gast, weshalb wir auch sofort dran kommen. Wir werden freundlich begrüßt und bekommen unsere Zimmerschlüssel, Nummer 823. Im achten Stockwerk sind überwiegend Suiten, so eine haben wir auch gebucht. Nun ja, eigentlich war das noch mit Wilson, aber ich bin mir sicher, Chase hätte ebenfalls nur das beste gewollt. Irgendwie habe ich schon leichte Schuldgefühle, doch ich werde schnell davon abgelenkt, als er die Tür zum Zimmer aufmacht und ich den zimmereigenen Whirlpool sehe! „Da wirst du mich nicht mehr rausbekommen!“, ich gebe ihm noch einen kurzen Kuss auf die Wange und renne dann, so schnell mich meine 15 cm hohen Pumps tragen, zu dem wunderschönen Ding hin. Chase geht gemütlich hinter mir her, dreht aber vor dem Zimmer mit dem Whirlpool nach links und legt sich aufs Bett: „Wow, wir haben sogar ein Wasserbett! Du musst dich einfach reinlegen!“ Kaum dass ich das Wort Wasserbett vernommen habe, springe ich zu ihm und lande in dem wunderschönen Himmelbett, das wirklich weich ist, neben ihm. Jetzt sind wir in der perfekten Position und nützen es natürlich auch aus, uns zu küssen. Er küsst mich so lang und zärtlich, wie noch nie jemand zuvor, wieder einmal haben wir natürlich auch Sex. Zum Glück aber erst, als der Portier mit dem Gepäck schon da gewesen ist.

Nach dem wunderschönen Sex stehe ich auf, ziehe den Bademantel, der im Badezimmer hängt, an und beginne, die Koffer auszupacken. Chase hingegen macht ein Nickerchen, bei dem ich ihm wirklich gerne zusehe, in erster Linie, weil er beim Schlafen immer so lieb grinst. Während des Auspackens fällt mir plötzlich eines von Wilsons Hemden in die Hände. Sprachlos und peinlich berührt bleibe ich stehen, das Kleidungsstück in der Hand. Ich verziehe die Mundwinkel, lege das Hemd aber schließlich beiseite und kümmere mich wieder um die wichtigeren Sachen. Schließlich bin ich fertig damit und beginne, den Whirlpool zu füllen. Ich freue mich schon darauf, baden zu gehen und ziehe mir einen goldenen Monokini an. Die Haare binde ich mir noch zu einem Dutt zusammen, damit sie nicht nass werden und steige langsam ein. Verdammt, diese Drüsen sind einfach wundervoll, viel besser als die in meinem Elternhaus. Genüsslich nippe ich an einem Glas Sekt, in der Zwischenzeit ist auch mein Mann aufgewacht und gesellt sich zu mir, ebenfalls Sekt in der Hand. „Dann mal zum Wohl! Auf eine wundervolle Ehe und ebenso wundervolle Flitterwochen!“ Wir stoßen an und nehmen ein Schlückchen. Dann kuschle ich mich an ihn und wir genießen diesen wunderschönen ersten Vormittag unserer Hochzeitsreise.

Um kurz nach 12 Uhr steigen wir raus, ich mache mich noch kurz frisch, wir ziehen uns schöne Klamotten an und gehen in ein schickes Restaurant in der Nähe des Eiffelturms. Dort hin fahren wir mit dem Taxi. Die Fahrt dauert rund 10 Minuten, die wir mit Reden über unsere restlichen Pläne verbringen. Als wir aussteigen, hält er mir die Türe auf, wie immer, und wir gehen in den Gastgarten des extrem luxoriös aussehenden Restaurants. Allerdings fällt es mir wirklich schwer, die Speisekarte zu verstehen, da sie mal wieder französisch ist, und ich spreche ja keines. Chase übersetzt mir die Sachen, die mir schmecken würden und erklärt bei Bedarf auch, was es genau ist. Er kennt sich einfach zu gut aus. Schließlich bestellen wir beide ein Gericht, das aus Meeresfrüchten, Austern und Hummer besteht, mit Reis dazu und einer Safransauce. Auf das Essen müssen wir eine Weile warten, immerhin wird es noch ganz frisch zubereitet, nicht wie in anderen Restaurants. Die Zeit vergeht aber trotzdem schnell, da das Restaurant einen Pianisten hat, der wunderschöne Musik spielt. Dazu noch der Roséwein und unsere gute Konversation, diesmal darüber, wo wir wohl unseren nächsten Urlaub verbringen könnten, und die Wartezeit ist perfekt.

Letztendlich wird das Essen serviert, es sieht noch besser aus, als es klingt, genau so schmeckt es auch noch. Es ist ein wahrer Genuss, vor allem, weil der Fisch noch frisch ist, also weder tiefgekühlt noch konserviert. Für die Sauce hat man wie es scheint auch nur hochwertigen, echten Safran verwendet und vom Hummer muss ich ja gar nicht erst anfangen! Eigentlich ist es nur schade, dass es reichlich kleine Portionen sind. Deshalb haben wir sie fünf oder sechs Minuten später auch fertig gegessen und bestellen noch Beerencreme. Die kommt um einiges schneller als unsere Hauptspeise, wahrscheinlich machen sie die schon früh morgens fertig und stellen die kalt. Trotzdem schmeckt auch diese wundervoll.

Zufrieden und satt bezahlen wir schließlich, ich staune nicht schlecht, als die Rechnung mit über 150 Euro kommt. Chase gibt seine Kreditkarte hin, kriegt sie eine Minute später auch wieder zurück und wir gehen. „Was willst du machen?“, fragt er mich, als wir vor einem Geschäft der französischen Marke Yves Saint Laurent (rest in peace!) stehen. „Da rein gehen, was denn sonst?!“, erwidere ich und hüpfe fast schon zur Tür. Drinnen angekommen finde ich schon nach einer Minute das perfekte Outfit: Ein schwarzes Satinkleid, natürlich mini, mit pinken Ornamenten drauf. Es hat Neckholder-Träger, einen V-Ausschnitt, und geht wunderschön flatternd unter dem Brustband in A-Form auseinander! Die perfekten Schuhe dazu stehen sogar gleich in der Nähe: pinke Sandaletten mit Strass-Steinchen drauf! Und am Absatz natürlich auch noch ein riesiger solcher Stein. Und die Tasche ist ebenfalls genau mit diesen Steinen besetzt und pink! Es ist eine wunderbare Clutch, genau so eine, wie mir noch in meiner ungefähr 75 Taschen umfassenden Sammlung fehlt. Ich probiere die Sachen an und komme schon gleich darauf: Sie sind wie für mich gemacht! Chase findet sie auch schön, scheint sich aber zu fragen, wieso ich ausgerechnet das Erstbeste kaufen will. „Hey, diese Sachen sind perfekt, wie speziell für mich gemacht! Und wenn ich was schöneres finde, kaufe ich das eben auch. Was ist denn da schon dabei?“ Mit diesem Satz beende ich sein Zweifeln und lege meine Kreditkarte hin.

Zwei Geschäfte weiter kommen wir zu Chanel, dort kaufe ich mir einen Pencil-Skirt mit Knöpfen, eben so ein angesagter, in schwarz-weiß, und eine knallpinke Kurzarmbluse dazu. Bei Louis Vuitton finde ich schließlich weiße Pumps mit pinkem Spitzenbesatz und bei Escada wird es eine weiße XXL-Lederbag, natürlich mit pinken abstrakten Mustern drauf. Dann geht es natürlich noch weiter. Am Ende unserer schönen Shoppingtour hat Chase keine freie Hand mehr, da er mir alle meine Taschen tragen muss, meine Kreditkarte glüht schon fast, und ich bin letzten Endes um 2 Kleider, 3 Röcke, 4 Shirts, eine Bluse, 4 Paar Schuhe und 4 Taschen reicher. Zum Schluss will ich aber unbedingt noch zu Chopard, wo ich auch noch 3 Paar Ohrringe, 2 Ketten, 3 Armbänder und einen Ring finde. Chase lässt sich in der Zwischenzeit auch noch beraten, und kauft sich eine Uhr.

Jetzt sind wir endlich fertig mit unserem Shoppingtrip, Chase hat sich dann doch noch 3 Hosen, 2 Paar Schuhe, 3 Hemden und 3 Sakkos gekauft. Wir winken uns ein Taxi an, in das wir einsteigen, und fahren zurück ins Hilton. Mittlerweile ist es schon fast 19 Uhr, wir richten uns für das Abendessen im Hotel. Ich ziehe natürlich eines meiner neuen Kleider, ein Weißes mit Spitzenbesatz, und meine weiß-pinken Pumps an. Dazu trage ich noch eine weiß-pinke Clutch, die ich ebenfalls heute gekauft habe. Chase trägt einen ganz schlichten schwarzen Anzug mit einem weißen Hemd und einer schwarzen Krawatte dazu.

Der Abend vergeht schnell, es ist trotzdem erst 11 Uhr, als wir zurück ins Hotelzimmer kommen, total geschafft von dem stressigen Tag. „Ich freu mich wirklich, hier mit dir zu sein!“, vernehme ich aus Chases Mund. Gemeinsam liegen wir in dem schönen Himmelbett, ich in seinen Armen. Wir schauen noch ein wenig TV, aber ich schlafe schon nach nur wenigen Minuten ein.

Am nächsten Morgen wachen wir beide erst um 13 Uhr auf, besser gesagt, ich wache auf. „Chase, wir haben das Frühstück verschlafen!“ Das hat er natürlich gehört, so verfressen wie er ist. „Verdammt! Haben die Bäckereien oder so noch geöffnet?“ – „Nein, es ist ein Uhr. Wir können eigentlich nur Mittag essen gehen.“ Er verzieht zuerst den Mund, immerhin hätte er wirklich gerne ein Crossaint gegessen. Aber das kann er für heute wohl vergessen. Fast schon gehässig grinse ich, er weiß schließlich, dass ich nicht unbedingt zu frühstücken brauche. „Das ist echt unfair!“, jammert er und dreht sich wieder um. „Ich schlafe jetzt, bis es wieder frische Crossaints gibt!“. Ich denke mir „schön für ihn“, und ziehe mich an, schminke mich und stecke mir die Haare halbwegs schön hinauf. Eine knappe Stunde später gehe ich aus dem Zimmer und mache einen kleinen Spaziergang durch die Straßen von Paris.

Nach einem knappen Kilometer komme ich erstaunlicherweise zu einer Bäckerei, die noch geöffnet hat! Ich denke selbstverständlich gleich an Chase, der sich über einen Crossaint bestimmt freuen würde. Dann gehe ich halt mal hinein und stelle fest, dass die Backwaren sogar erst gerade aus dem Ofen kommen. Allerdings habe ich riesige Probleme mit der Sprache... „ähm... deux...Crossaints? s’il vouz plait ?“, versuche ich, mit der Sprache zurecht zu kommen. Zum Glück versteht die Frau am Tresen mich und packt mir das Gewünschte ein! Glücklich nehme ich die Papiertüte, bezahle noch schnell und hüpfe fröhlich zurück ins Restaurant. 10 Minuten später bin ich endlich da, Chase schläft immer noch, ich halte ihm deshalb die Crossaints vor die Nase und warte ab, ob er es kapiert. Aber er schläft immer noch, also fange ich an, zu Essen, irgendwann in der Hälfte wacht er von meinem Rascheln mit dem Gebäck auf und springt zu mir her. „Du hast eine offene Bäckerei gefunden!!!“ Ich grinse nur und halte ihm das Papiertäschchen hin. „Tja, ich war ein Bisschen spazieren, da hab’ ich eben die Bäckerei gefunden.“

Noch am gleichen Abend gehen wir wieder essen, aber dieses mal will Chase mich überraschen. Ich bin gespannt mit was, denn er hat mir am Nachmittag erzählt, ich solle mich nicht zu schick anziehen: „Weißt du, vielleicht ziehst du einfach eine Jeans und ein Shirt an?“ Daraufhin habe ich ihn natürlich verwundert angeschaut – normalerweise bin ich noble Restaurants und exklusive Hotels von ihm gewöhnt. Jetzt mache ich mich auf jeden Fall für den Abend fertig, den Rat von meinem Mann habe ich schlussendlich befolgt: ich trage eine helle Röhrenjeans, ein pink-lila gemustertes T-Shirt und lila Pumps. Die durften einfach nicht fehlen. Bei der Wahl meiner Tasche habe ich mich dafür etwas mehr zurückgehalten: Heute nehme ich eine schwarze Ledertasche mit, so ziemlich die einzige meiner über 50 Taschen, die schwarz ist. Es ist eine mittelgroße mit einer ebenfalls schwarzen Masche daran.

Jetzt ist es acht Uhr, ich verlasse das Zimmer, da Chase mich vor dem Hotel erwarten wollte. Er war den Nachmittag über weg, scheinbar wollte er noch etwas planen. Ich betrete den Lift und fahre die 8 Stockwerke hinunter, ziemlich schnell, da der Lift nirgends stehen bleibt. Unten angekommen werde ich schon direkt in der Lobby von ihm erwartet. „Zum Glück hast du auf mich gehört!“, ist das Erste, das ich von ihm zu hören bekomme. Ich schaue ihn schon ein wenig beleidigt an, da gibt er mir schon einen Kuss auf den Mund.

Wir sitzen nun schon seit einer halben Stunde in dem Taxi, das Chase organisiert hat, der Taxometer ist schon bei 47 Euro, langsam frage ich mich wirklich, ob es nicht günstiger gewesen wäre, einen BMW zu mieten. Doch dieses Mal schweige ich lieber, mit der Zeit kann ich schließlich ziemlich nerven. Stattdessen frage ich nur: „Wann sind wir eigentlich da?“ Er sieht mich an. „Was wäre, wenn ich dir erzählen würde, dass wir in ein anderes Land fahren?“ Jetzt bin ich wirklich perplex: „Ein anderes Land? Das ist jetzt aber nicht echt dein Ernst!“ – „Nein, natürlich nicht. War doch nur ein Scherz. Wir sind in ungefähr fünf oder sechs Minuten da.“ Ja, es wäre wirklich um einiges billiger gewesen, den BMW, vielleicht ein Cabrio, wie ich es immer wollte, zu mieten. Doch die Fahrt dauert wirklich nur noch knappe fünf Minuten. Jetzt sind wir da, bei einem kleinen See. Ich verstehe die ganze Sache nicht ganz, steige aber trotzdem aus. Ehe ich auch nur anfangen kann zu fragen, bindet Chase mir eine Augenbinde um und führt mich irgendwo durchs Gras – was im Übrigen gar nicht so einfach ist, da ich Bleistiftabsätze an den Schuhen habe. „Warte mal kurz!“, rufe ich, bleibe stehen und ziehe schnell die Pumps aus, die ich jetzt doch lieber in den Händen mit mir durch die Gegend trage. „Ja, da wären Turnschuhe oder Ballerinas nicht schlecht gewesen, hm?“, fragt er mich. Wir gehen weiter, ich habe allerdings keine Ahnung, wo ich da gerade hingeführt werde.

Kurze Zeit später habe ich eine Ahnung, als mir die Augenbinde abgenommen wird: Wir stehen vor einer großen Decke, darauf ist noch ein Korb, der allerdings gerade erst da hin gestellt worden zu sein scheint. „Ich dachte mir, als Abwechslung zu unserem ewigen Restaurant-Leben wäre doch ein Picknick in der Natur mal etwas schönes“, ist Chases Erklärung. Das ganze finde ich natürlich ziemlich witzig, da es wirklich nur belegte Brötchen gibt. Denkt man sich zumindest auf den ersten Blick, denn als ich die Brote aufklappe, um nachzusehen, ob Butter, gegen den ich allergisch bin, drin ist, liegen da Sachen wie Lachs, eine teure, dazupassende Sauce und andere nicht billige Sachen. „Meinst du etwa, ich wüsste nicht, gegen was du allergisch bist?“, sieht Chase mich doch etwas verwundert an, so als hätte ich gerade gesagt, er wüsste meinen Namen nicht. Wir essen die Brötchen noch zusammen, als wir dann fertig sind, kommt noch etwas aus dem Korb zum Vorschein: eine sehr exklusive, nicht wirklich in Massen produzierte, Flasche besten Proseccos. Er schenkt mir ein und wir stoßen an. „Cheers!“, ertönt es, kurz danach hört man noch den Aufprall der Gläser und kurz danach ist schon einiges von dem guten Alkohol verschwunden.

Nachdem wir die ganze Flasche leer getrunken haben, hat Chase plötzlich die dämliche Idee, im See, der gleich neben unserer Picknick-Wiese ist, baden zu gehen. „Nein! Das Wasser ist bestimmt extrem kalt und da schwimmen ganz bestimmt Fische drin!“, versuche ich mich rauszureden, aber bevor ich sonst etwas tun kann, ist er schon aufgestanden und trägt mich über seiner Schulter ins Wasser. Das Wasser wird nicht wirklich schnell tief, aber der Boden scheint sehr uneben zu sein, denn bereits als das Wasser Chase erst zu den Knien geht, stolpert er und wir beide liegen voll im See. Jetzt ist das schöne Shirt doch noch nass geworden! „Wenigstens habe ich doch noch die wasserfeste Schminke verwendet“, denke ich mir, lache aber über die Situation und bespritze ihn mit Wasser.

Nach ca. einer halben Stunde liegen wir wieder auf der Decke, die nasse Kleidung noch am Körper. „So transportiert uns jetzt aber bestimmt keine Taxi mehr?“, frage ich. – „Naja, dann werden wir wohl über Nacht hier bleiben müssen!“ – „Auf gar keinen Fall! Eher laufe ich noch zurück ins Hotel oder suche mir was anderes für die Nacht!“ – „Du denkst jetzt aber nicht wirklich, ich hätte das alles nicht organisiert?“, lächelt er schließlich und zieht mich auf die Beine. Er geht ein kleines Stück, da steht ein wunderschöner 6er-Cabrio von BMW. Einfach genau so einer, wie ich mir damals eigentlich kaufen wollte! „Weißt du, ich habe mir gedacht, ich schenke dir noch etwas zur Hochzeit... nach den Flitterwochen können wir damit zu meiner Hütte in Gstaad fahren, wenn du Lust hast. Der Transport in die USA ist schon organisiert und das Auto ist auch schon für dort angemeldet. Er gehört dir!“, erklärt Chase mir. Ich komme aus dem Staunen einfach nicht mehr raus, vor allem, weil das Auto auch noch pink ist! Und es hat 300 PS. Das ist einfach der Traum einer jeden Frau. Oder zumindest meiner...

So ähnlich vergehen auch die nächsten 4 Tage, wir kommen jedoch im Gegensatz zu den ersten 3 nicht mehr aus dem Hotelzimmer, da wir mit anderen Dingen beschäftigt sind. Der Zimmerservice ist natürlich über das großzügige Trinkgeld sehr erfreut gewesen, was man spätestens auch am zweiten Tag unseres Zimmer-Aufenthaltes gemerkt hat. Das Essen war nämlich schneller auf dem Zimmer als bei manch Anderen. Und ich finde, es war sogar noch besser als sonst.

Jetzt reisen wir aber ab. Die Koffer sind schon gepackt, Chase trägt sie wieder mal runter und bezahlt noch die Rechnung. In der Zwischenzeit schiebe ich das Gepäck weiter zu meinem Cabrio. Ich habe nur Glück, dass das Auto so einen riesigen Kofferraum hat, denn sonst würde ich die vier Koffer da niemals reinbringen! Gemütlich hieve ich einen nach dem anderen ins Auto, als Chase raus kommt: „Svenja, du weißt dass ich das machen wollte! Du sollst dich doch nicht mit Sachen abgeben, die andere für dich erledigen könnten!“ Er schüttelt den Kopf und will sich auf die Fahrerseite setzten, als ich ihm dazwischen komme: „Und du weißt ganz genau, dass es mir nichts ausmacht. Ich fahre!“ Erst will er mir das mit dem Fahren natürlich ausreden, doch dann lässt er mich doch ans Steuer.


11

Wir sitzen im Auto, das Dach ist natürlich nach unten geklappt, immerhin ist es ein wunderschöner Septembertag, es hat über 20 Grad. Die Fahrt dauert nun schon fast drei Stunden, in denen wir sicher schon drei- wenn nicht sogar viermal stehen geblieben sind. Meistens war es, weil ich Durst hatte, oder wegen des vielen Trinkens auf die Toilette musste. Jetzt sind wir allerdings schon über die Grenze und steuern Gstaad an. „Mir wird langsam schon ein bisschen kalt“, meine ich, als wir immer höher ins Gebirge kommen. Chase stimmt mir zu, wir fahren bei der nächsten Ausfahrt hinaus und holen unsere Jacken aus dem Kofferraum. Ich trage natürlich meine schöne neue Lederjacke von Louis Vuitton, natürlich mal wieder in pink. Es ist nun schon fast drei Uhr, als ich Chase frage: „Willst du die letzten paar Kilometer ans Steuer? Ich weiß, wie gerne du doch fahren würdest.“ Er sieht mich glücklich an, ähnlich wie ein Kind, dem man gerade gesagt hat, es kriegt sein Leben lang gratis Lutscher, dann wechseln wir die Seiten und setzen uns wieder ins Auto, woraufhin wir auch gleich schon losfahren. Die Geschwindigkeitsbeschränkungen, sowie die hohen Strafen in der Schweiz für zu schnelles Fahren scheinen Chase aber ziemlich egal zu sein, wir sind gerade auf einer langen Gerade, da drückt er nur auf den Kick-Down, der in vier Sekunden von 100 auf 190 km/h beschleunigt. „Die Strafe dafür zahlst aber du!“, rufe ich schon fast, weil der Wind uns nur so um die Ohren fliegt. „Mach dir da mal keine Sorgen.“, erwidert er gelassen und beschleunigt nun noch mehr. Wir sind schon über dem 200er angekommen, langsam geht er runter vom Gas und fährt in der Geschwindigkeit weiter.

Ungefähr eine Viertel Stunde später sind wir in Gstaad angekommen, irgendwie ist es hier ziemlich kalt, es hat laut dem Thermometer im Auto nur 13 Grad. Ich schaue kurz auf meine Füße, da ich nur Sandaletten trage und beschließe dann, mir als erstes Stiefel oder ähnliches aus meinem Koffer zu fischen.

Jetzt stehen wir vor seiner Hütte, die eigentlich eher an ein Haus erinnert. Als wir reinkommen, finde ich als erstes ein extrem großzügig eingerichtetes Wohnzimmer vor, mit Flachbildfernseher, einem weinroten Sofa und einem Kamin. Daneben ist eine wirklich moderne Küche, doch bei Chase kann man sich eher vorstellen, dass er die nicht oft verwendet. Nicht schlecht staune ich auch, als ich in das Badezimmer komme, es ist wunderschön und vor allem eines: groß! Die Dusche hat einen Duschstrahl von der Decke herunter, den man sogar in der Größe verstellen kann. Es ist wirklich exklusiv eingerichtet. Als ich das Schlafzimmer nun betrete, komme ich aus dem Staunen wirklich nicht mehr hinaus: Ein wunderschönes Himmelbett in Herzform! Ein riesiger Kleiderschrank steht auch noch darin, eine wunderschöne Soundanlage und das Beste: das Bett ist auch noch beheizbar an den Rändern! In diese Hütte habe ich mich wirklich sofort verliebt. „Hier halte ich es wirklich lange aus! Auch ohne Louis und Coco!“, quietsche ich und springe Chase in die Arme. „Das hab ich mir schon fast gedacht“, erwidert er darauf.

Wir liegen gemeinsam auf das Bett, schalten die Heizung an und zappen am Fernseher herum. Bei einer Folge von Sex and the City. Als Carrie gerade zu Mr. Big geht, meint Chase: „Was findet ihr Frauen bloß alle an dem?“ – „Nun ja... er ist charmant, hat Geld, irgendwie ist er auch sexy. Natürlich nichts im Vergleich zu dir.“ Wir beginnen, uns zu küssen, woraufhin wir natürlich mal wieder miteinander schlafen. Danach schlafen wir allerdings beide ein.

Am nächsten Morgen wachen wir schon früh auf, es ist erst 7 Uhr, als wir ziemlich gleichzeitig aufwachen. „Hast du Lust auf Frühstück?“, fragt Chase mich. – „Aber wir haben doch gar nichts im Kühlschrank. Oder hast du etwa Tiefkühlwaren gebunkert?“ – „Nein. Nun ja... die nächste Bäckerei ist drei Kilometer entfernt...“ – „Ich hab’ ne Idee!“, in dem Moment springe ich auf. „Wir könnten uns sportlich betätigen und zu der Bäckerei joggen, dort was holen, wieder zurück joggen und dann frühstücken! Dann haben wir ein Workout und Frühstück in Einem!“ Chase nickt und steht ebenfalls auf. Etwa eine viertel Stunde später sind wir beide fertig, ich in einen dicken pinken Burton-Pulli eingepackt, damit ich nicht erfriere. „Warum schleppst du den bitte mit dir rum? Du wusstest doch gar nicht, dass wir in die Schweiz fahren würden?“, wundert er sich. Ich kläre ihn daraufhin auf: „Ich hab immer einen solchen Pulli in der Tasche, für den Fall dass es kalt wird. Du weißt ja, ich bin leicht verfroren.“

Jetzt joggen wir aus dem Haus, ich bin leicht vor ihm, aber nach ungefähr fünf Minuten holt er mich auf. Die restliche viertel Stunde joggen wir Seite an Seite, aber ohne ein Wort zu sagen. Irgendwie hatten wir schon zu lange kein Workout mehr. Nach insgesamt 20 Minuten kommen wir endlich bei der niedlichen Bäckerei, aus der es schon sehr frisch riecht, an. Dort bestellen wir einen Coffee2go und kaufen noch ein bisschen Gebäck, also Kuchen, Brot und Brötchen. „Warte du doch schon mal draußen, ich zahle noch schnell.“, befiehlt Chase mir. Also tue ich wie er mir gesagt hat und warte mit dem ganzen Zeug, das ich noch schnell in den Rucksack, den ich auch noch mitgenommen habe, stopfe, den Kaffee nehme ich in die Hand und beginne schon mal zu trinken.

Kurz danach kommt Chase hinaus, mit einem Karton, in dem noch etwas drinnen ist. Leider finde ich nicht hinaus, was es ist und er will es mir auch nicht sagen. „Bitte... jetzt komm schon! Ich erfahre es doch sowieso...“, stichle ich herum. – „Das wirst du noch früh genug erfahren. Wirklich.“ Also joggen wir zurück, ich mit dem Rucksack und den Kaffeebechern, Chase hat diesen seltsamen Karton in der Hand. Mit den ganzen Sachen sind wir irgendwie viel langsamer, für den Rückweg brauchen wir fast 25 Minuten. Doch dann kommen wir endlich an, schon halb verschwitzt aber mit viel Freude auf das immer noch wohlriechende Frühstück. Chase nimmt den Schlüssel aus der Hosentasche und sperrt die Tür auf, danach gehen wir hinein und ich stelle den Kaffee auf den Tisch, daneben räume ich den Rucksack aus. „Wollen wir nicht erst noch duschen?“, fragt er mich nun, als auch er endlich beim Tisch angekommen ist. Dem stimme ich zu, wir gehen zusammen in die wirklich geräumige, luxuriöse Dusche und waschen noch schnell den Schweiß herunter. Dabei können wir es natürlich einmal wieder nicht lassen: Wir schlafen sogar in der Dusche miteinander, diesmal aber ziemlich kurz, weil wir extrem hungrig sind. Nach weiteren 20 Minuten kommen wir hinaus, ich trage jetzt einen wunderschönen, pinken Plüschbademantel. Die Haare habe ich noch im Handtuch eingewickelt, sie sollen schon mal langsam trocknen, aber ich will mich lieber nicht erkälten.

Endlich sitzen wir gemeinsam am Tisch, mit Buttelgipfeln und Honig in der Hand. Dazu trinken wir den mittlerweile fast kalten Kaffee. „Wir werden wirklich nie wieder Kaffee mitnehmen, den wir erst eine halbe Stunde danach zum Trinken kommen.“, rege ich mich in einem sarkastischen Ton auf. Mein Mann stimmt mir zu und nimmt noch einen großen Bissen von seinem Brötchen. „Wie lange sollen wir eigentlich hier bleiben? Nur damit wir langsam mal einen Flug buchen können“, erkundigt er sich. – „Weiß nicht... vielleicht eine Woche oder so?“ – „Gut. Dann gehe ich morgen gleich mal ins Reisebüro.“ – „OK. Gibt es hier in Gstaad eigentlich auch irgendwo Supermärkte, die am Wochenende geöffnet haben? Oder gehen wir heute einfach essen?“ – „Nein, leider nicht. Der Supermarkt hat nur von Montag bis Samstag offen, wir sind hier nun mal nicht in Amerika. Hier gibt es diese tollen 24/7 Stores eben nicht.“ - „Tja, dann eben nicht. Und mit Boutiquen, ist es da das gleiche?“ – „Ja, leider. Die haben noch dämlichere Öffnungszeiten. Samstag ist da geschlossen. Aber wir können... nun ja, Gstaad am Sonntag ist schon etwas langweilig. Da kann man eigentlich nur essen gehen, einen kleinen Ausflug zum Skigebiet machen, Zuhause bleiben, so Zeug eben.“ – „Gut. Und auf was hast du heute Lust?“ – „Mir ist es wirklich egal. Such du dir doch einfach etwas aus.“ – „Hm... wir könnten doch nachher dort zum Skigebiet laufen, da oben gibt es bestimmt ein hübsches Restaurant oder so, dort könnten wir zu Mittag essen, dann irgendwann wieder zurücklaufen und uns dann hier einen gemütlichen Filmabend oder so machen. Was hältst du davon?“ – „Das klingt super! Und ja, es gibt Restaurants, die im September offen sind.“

Nachdem wir gemütlich gefrühstückt haben, ziehen wir uns an. Ich trage erstaunlicherweise eine helle Röhrenjeans mit noch hellerer Waschung, dazu typisch für mich ein schwarz-pinkes Top mit einer pinken Jacke darüber. Das ungewöhnlichste ist aber: ich trage Ankleboots ohne Absätze! Es sind natürlich schwarze aus mattem Leder. Die trage ich nicht so oft, deshalb wollte ich, dass sie überall dazu passen. Chase hat eine eher dunkle Jeans mit einem schwarzem Hemd und einer Jacke darüber an, dazu seine typischen italienischen Designerschuhe.

Jetzt laufen wir los, der Weg geht ziemlich steil hinauf. Dennoch schaffen wir es in einer knappen Stunde, endlich kommen wir bei dem Restaurant an. Ziemlich schnell finden wir einen passenden Sitzplatz, auf der Terrasse der schicken Hütte. Der Service hier scheint wirklich gut zu sein, kaum dass wir uns hingesetzt haben, kommt schon eine Bedienung und fragt uns, was wir essen und trinken wollen. „Für mich ein Bier“, antworte ich. Chase nimmt das Gleiche und bestellt noch die Speisekarte. „Dann haben wir eine am Tisch und müssen nicht lange darauf warten“, begründet er es. Ich glaube aber, er hat schon wieder Hunger.

Wenige Minuten später kommen das Bier, frisch gezapftes Paulaner aus München, und die Speisekarte. „Dann Prost!“ Wir trinken einen großen Schluck und wenige Sekunden danach wird mir bewusst: Ich will auf die Wiesn! „Hey, Chase? Ich habe eine super Idee!” – „Ahja? Was für eine denn?“ – „Was wäre, wenn wir noch bis... Freitag Nachmittag oder so hier bleiben und dann für zwei Tage aufs Oktoberfest in München fahren? Wir könnten uns dort wieder mal ein Hotel nehmen, also zum Beispiel Freitag am Morgen losfahren. Dann noch etwas ausruhen und am Samstag geht’s los?“ – „Das ist echt genial! So machen wir das. Und ich rufe in der Zwischenzeit eine gute deutsche Airline an, damit wir am Montag nach Hause fliegen können.“ Wir stoßen noch mal darauf an und trinken unser Bier weiter.

Es dauert nur eine halbe Stunde, bis Chase endlich das schon lange geahnte zugibt: „Ich habe Hunger... willst du auch was essen?“ – „Nun ja, wenn du schon was bestellst. Dann nehme ich eben auch was. Gib mal die Karte her!“ Ich nehme die Karte und stelle schon gleich fest: „Die Karte ist auf französisch geschrieben?“ – „Ja, wir sind ja auch in der französischen Schweiz. Da kann’s schon mal vorkommen, dass etwas nicht englisch oder deutsch oder sonst irgendwie geschrieben ist. Soll ich es dir übersetzen?“ – „Ja. Aber warum sprechen dann die Leute hier so gut deutsch?“ – „Das können die. Also hier steht... ich übersetze dir aber nur das, von dem ich weiß, dass du es essen würdest... Kalbsragout Zürcher Art,...“ Nachdem er fast fünf Minuten die Speisekarte so gut es ging übersetzt hat, entscheide ich mich für das Lachsfilet mit der Krebs-Creme-Sauce. Chase ordert das Ganze, für sich nimmt er Hirschfilet nach Art des Hauses. „Was genau ist eigentlich mit Art des Hauses gemeint?“, will ich schließlich wissen. „Das ist eigentlich immer etwas anderes. Und sie ändern das auch ziemlich oft, also habe ich selbst keine Ahnung. Aber wenn es dann da ist, kann ich dir sagen, was genau damit gemeint ist. In welches Hotel willst du eigentlich dann in München?“ – „Ich weiß nicht. Hast du irgendwelche guten Vorschläge? Ich habe eben noch nie dort übernachtet. Eigentlich war ich immer nur einen Tag dort, wenn überhaupt.“ – „Na ja, das 4 Seasons Munich ist ganz gut. Ich war dort mal ganz kurz, nichts wichtiges. Aber es ist luxuriös und vor allem nicht so extrem weit weg von der Theresienwiese.“ – „Theresienwiese?“ – „Du willst aufs Oktoberfest, hast aber keine Ahnung was die Theresienwiese ist?“ – „Nein!“ – „Das ist der Ort, an dem das ganze Zeug steht. Eigentlich keine Wiese, aber es war mal eine.“ – „Achso.“

Jetzt kommt unser Essen, wenn es nur halb so gut schmeckt wie es aussieht, würde ich auf jeden Fall wieder hier her kommen. Ich beiße hinein, ja es schmeckt noch besser als ich mir denken hätte können! „Schmeckt deins auch so gut?“ – „Kommt drauf an, wie gut deines schmeckt?“ – „Fantastisch!“ – „Ja. Das hätte ich dir auch so sagen können. Hier schmeckt schließlich alles hervorragend.“

Mittlerweile ist es schon fast 20 Uhr. Wir bezahlen noch schnell und gehen langsam den Berg hinunter. „Sag mal, hast du noch Lust auf einen Abstecher in ein kleines Lokal?“, fragt Chase mich. „Ja, sicher. Was für ein Lokal ist das, von dem du sprichst?“ – „Nichts besonderes, nur so eine Art Pub.“ Ich stimme ihm lächelnd zu, mittlerweile gehen wir bereits den letzten Hügel hinunter.

Jetzt habe ich keine Ahnung mehr, wo wir sind, aber nicht nur weil ich die Stadt nicht kenne, es ist verdammt dunkel geworden. Zum Glück kennt Chase die Umgebung so gut, er führt mich zu der kleinen Bar, die wir auch gleich betreten. Schnell wird mir klar: Chase scheint die Menschen hier wirklich gut zu kennen, so wie die sich begrüßen. Er stellt mich ihnen vor: „Das ist meine Frau, Svenja. Schatz? Das sind Dirk, Heinz und Joe. Ich kenne sie schon seit ich 15 bin. Wir haben echt schon viel erlebt.“ Die vier Männer fangen an zu lachen, es scheint als hätten sie wirklich viel dummes Zeug angestellt. Wir setzen uns an die Bar, worauf natürlich die Frage, was wir trinken wollen, folgt. „Ich nehme ein Bacardi Cola, was willst du , Svenja?“ – „Ähm.. ich nehme einen Tequila.“ Chases Freunde starren mich an, als würde man von mir nicht erwarten, dass ich so hartes Zeug trinken kann. „Sie wollen wirklich einen Tequila? Haben Sie so etwas eigentlich schon mal so was getrunken?“, fragt Joe mich. „Wollen wir ein Wetttrinken machen?“, fordere ich ihn auf. „Gerne. Was ist der Einsatz?“, will er wissen. „Nun, wie wäre es mit 100 Franken?“ – „Gut. Dann für mich auch einen. Und stell gleich die Flasche, Zitronenscheiben und den Salzstreuer dazu. Wir rechnen dann später ab.“ Jetzt wendet er sich mir zu: „Der Verlierer bezahlt das Trinken.“ Ich nicke, dann stoßen wir an.

Nach 16 Tequilas sitze ich immer noch gerade auf dem Hocker und bin ziemlich nüchtern, Joe hingegen fällt mittlerweile auf den Boden. Ein dumpfer Knall ertönt, ich stehe auf, um zu sehen, ob es ihm gut geht. „Ge-eht schooo“, lallt er und steht wieder auf, kann aber nicht gerade stehen. Ich hole ihm schnell einen Stuhl, auf den er sich setzen kann und frage: „Willst du noch weiter machen oder gibst du zu, dass ich gewonnen habe?“ Bevor er aber irgendetwas sagen kann, kippt er ganz weg.

Chase kommt wieder her: „Ich hätte nicht gedacht, dass du so viel trinken kannst?!“ – „Tja, wir Spanierinnen können einfach viel vertragen. Ich hab schon mit 20 einige Trinkwettbewerbe gewonnen.“ Ich lächle ihn kurz an, wende mich dem Kellner zu und bestelle noch einen Piña Colada. Die kommt wirklich schnell, ich habe selten jemanden so schnell Cocktails mixen sehen. Den trinke ich noch schnell, Chase ist mittlerweile auch mit seinen Bacardi Colas fertig. „Wollen wir nach Hause?“, auch er lallt schon. Irgendwie scheine ich hier diejenige zu sein, die am meisten Alkohol verträgt. Ich nehme meine Geldtasche aus der Handtasche und gebe dem Barkeeper einen Hunderter. Kurz darauf kriege ich noch mein Retourgeld, nehme meine Tasche und zerre Chase schon fast hinter mir her. „Du kannst nicht mal mehr gerade laufen, wie soll ich dich dann los lassen?“, frage ich, nachdem er sich gewehrt hat, dass ich ihn unter der Schulter packe. „Bitte Svenja! Es geht doch....“, mehr kommt nicht mehr, schlussendlich kippt er auf die andere Seite. Ich kann einfach nicht anders, als anzufangen, laut los zu lachen: „Ach komm schon! Wir sind schon vor der Haustüre!“ Ich rapple ihn wieder auf, nehme ihn wieder an der Hand und sperre die Hütte auf. Als wir in dem hübschen Gebäude sind, lege ich ihn ins Bett, schminke mich noch kurz ab und putze mir die Zähne, dann gehe auch ich schlafen.

27.10.08 08:55


Forsetzung der Geschichte

12

Die restliche Woche haben wir gemütlich in unserer Hütte verbracht, die Reise organisiert, Sport getrieben und noch ein paar unwichtige andere Dinge. Am Donnerstag Abend haben wir außerdem noch gepackt, jetzt ist es endlich Freitag Vormittag und wir wollen losfahren. „Okay, die Sachen aus dem Kühlschrank sind also alle aufgegessen, Getränke für die Fahrt haben wir, ich habe die Koffer ins Auto gepackt. Haben wir was vergessen?“, fragt Chase zum Schluss. „Nein, ich glaube nicht. Alle Geräte sind ausgesteckt, Lichter aus,... eben alles. Wir können aufbrechen, würde ich sagen.“ Er nickt und verlässt das Haus, vor der Tür wartet er aber bis ich draußen bin, dann schließt er noch ab.

Wir setzen uns in meinen BMW und fahren los. Diesmal lasse ich freiwillig ihn fahren, da ich in der Schweiz auf Grund der harten Strafen für zu schnelles Fahren nicht gerne am Steuer sitze. Aber Chase scheint das schon wieder nicht zu stören, er fährt die Landschaft um Gstaad mit über 100 km/h hinunter und knappe fünf Minuten später auf die Autobahn, wo er dank des Kick-Downs mit fast 200 km/h rast. Nach guten drei Stunden sind wir endlich an der Grenze zu Österreich, wo ich Chase frage, ob ich mal fahren darf. „Ja klar. Warum hast du eigentlich so Angst vor einer Radarstrafe?“ – „Warum?! Weißt du, wie teuer das ist?“ – „Ja schon, aber trotzdem.“ Er fährt bei einer Raststätte, dem Rosenberger bei Hohenems, einem scheinbar kleinen Kaff, aus. „Willst du einen Kaffee?“, frage ich ihn, als wir parken. „Ja. Und ich muss mal aufs WC. Holst du mir einen Latte?“ – „Sicher doch. Irgendwas zu Essen?“ – „Wenn du schon fragst. Bring einfach das gleiche, das du auch für dich nimmst.“ Ich nicke und gehe los. Die Raststätte ist irgendwie leicht schäbig, trotzdem nehme ich zwei Baguettes, beide mit so einem panierten Hühnerfleisch und einer orangen Sauce, ich tippe auf Cocktailsauce. An der Kassa bestelle ich noch den Latte für Chase und einen doppelten Espresso für mich. „12,20 bitte.“, gibt mir die Frau dort bekannt. Ich frage, ob ich mit Karte bezahlen kann, was sie bejaht und stecke das Ding kurz in den Kartenleser, dann gehe ich wieder. Beim Ausgang wartet schon Chase. „Hier, nimm bitte mal kurz. Ich muss auch noch aufs WC.“, ich gebe ihm das eben Gekaufte und renne in Richtung Toilette.

Wenige Minuten später komme ich wieder, wir setzen uns ins Auto, trinken ein paar Schlucke Kaffee, essen die Sandwiches und unterhalten uns ein wenig. „Schmeckt das dir etwa?“, frage ich meinen Mann, der das Brot nur so runterschlingt, das ich extrem ungenießbar finde. „Nein, aber ich verhungere bald. Da ist es mir eigentlich egal, wie das Zeug schmeckt.“ – „Komm schon. Wirf das Teil weg und wir fahren irgendwo zu einem guten Restaurant.“ Er stimmt mir zu, steigt aus dem Auto und wirft die Brötchen weg. Den Kaffee probiert er im Gehen, dann kommt er noch einmal zurück, nimmt auch meinen und geht noch einmal zum Mülleimer.
Jetzt steigt er wieder ein und ich drehe den Schlüssel um. Mit Vollgas fahre ich runter von dem Parkplatz, wieder auf die Autobahn in Richtung Deutschland. Der Tachometer steigt in der Zwischenzeit bereits auf 190 km/h, das Deck ist unten und meine Haare flattern nur so im Wind.

Mittlerweile sind wir schon hinter Memmingen im Allgäu, immer noch viel zu schnell fahrend. Doch ich sehe gerade auf der rechten Seite eine wirklich gute deutsche Raststättenkette, „Serways“. „Wollen wir da hin gehen? Ich kenn die, sind wirklich gut.“, überzeuge ich Chase und fahre auf den Parkplatz. „Und was gibt es da eigentlich so?“, fragt er während wir zum Eingang laufen. „Och, alles mögliche. Zum Beispiel einen Fischstand, Nudeln, Coffeeshop, Kuchen...“ Als er das Wort Fisch gehört hat, sind seine Wundwinkel plötzlich ganz weit nach oben gegangen. „Ja, ich mag auch Fisch. Bringst du mir irgend so ein Fischbrötchen oder sonst Fish’n’Chips mit? Dann hole ich in der Zwischenzeit Kaffee.“, schlage ich vor. Chase nickt und weist mich darauf hin, dass er einen Cappucino möchte. Also gehe ich auf die rechte Seite, zum Coffeeshop, und bestelle einen doppelten Espresso und Chases Cappucino.

Ungefähr fünf Minuten später steht Chase wieder neben mir, mit einem Backfischbrötchen und frittierten Garnelen in der Hand. „Welche willst du haben?“, fragt er mich. Da ich beides wirklich gerne mag, fällt mir die Entscheidung eigentlich echt schwer. Trotzdem entscheide ich mich für die Garnelen, da es auf der Wiesn ja auch solche belegten Brötchen gibt. Wir setzen uns zu einem kleinen Tischchen und essen das eben Gebrachte. „Ja, du hast Recht. Die sind wirklich viel besser, als dieses komische Zeug von vorhin!“, klingt er wirklich überzeugt. Ich esse gerade meine letzte Garnele, dann lehne ich mich an seine Schulter. „Bist du müde?“, stellt er fest. „Mh. Ja, schon irgendwie. Fährst du?“ – „Klar. Willst du dich auf die Rückbank legen und das Deck hinauftun? Dann kannst du ein wenig schlafen.“ – „Das wäre super!“ – „Gut. Ich mach das schon. Bringst du die Kaffees mit? Dann erledige ich das in der Zwischenzeit.“ Ich nicke, Chase steht jetzt auf und geht zur Tür hinaus. Kurz danach stehe auch ich auf und laufe ganz langsam hinterher, die Pappbecher in der Hand und an meinem nippend. Als ich beim Auto ankomme, ich das Deck schon oben und ich kann mich bequem auf die auch schon beheizte Rückbank legen. Bevor ich mich aber hinlege, trinke ich noch die letzten paar Schlucke von meinem Kaffee. Da ich jetzt aber fertig bin, werfe ich ihn kurz aus dem Fenster in den Mülleimer, an dem wir schön langsam vorbei fahren, dann lege ich mich hin und schlafe schon nach nur wenigen Minuten ein.

„...Svenja? Aufwachen Schatz! Wir sind da.“, ertönt es von oben. Ich mache die Augen ganz langsam auf und das Erste, was ich sehe, ist Chase. „Schön. Soll ich dir noch helfen beim Koffer tragen?“ – „Du hast wirklich tief geschlafen! Das habe ich alles schon erledigt, ich habe auch schon eingecheckt. Du brauchst nur mit ins Zimmer zu kommen.“ Ich kann nicht anders, als zu grinsen, stehe endlich auf und komme mit. Verschwommen nehme ich das Ganze zwar noch wahr, aber der luxuriöse Eindruck, den dieses Hotel macht, ist wirklich erstaunlich! Ich werde von Chase hinauf in den obersten Stock, den neunten, geführt. Hier muss man sogar eine Zimmerkarte durch den Schlitz ziehen, um den Lift zu verwenden, ein Aspekt, den ich an solchen Hotels wirklich schätze. Oben angekommen stehen wir von einem eher kleinen Flur, nur links und rechts gibt es eine Tür. „Wieso gibt es hier bitte so wenig Zimmer?“, erkunde ich mich bei Chase. „Tja, ein Penthouse braucht nun mal etwas mehr Platz, als ein normales Zimmer...“

Ich betrete das Zimmer und komme nicht mehr aus dem Staunen heraus! Wir stehen in einem Raum mit Marmorboden, es gibt sogar eine richtige kleine Bar. Weiter rechts finde ich ein wunderschönes großes Sofa vor, weiter vorne steht ein LCD-Flachbild-Fernseher. Dann geht es noch weiter nach rechts und wir betreten das Schlafzimmer, ein riesiger Raum mit schönem großem Schrank. Gleich daneben steht ein tolles Himmelbett mit wirklich weicher Matratze. Dann scheint es noch weiter zu gehen, das Bad fehlt noch. Genau diesen Teil des Penthouses betrete ich nun. Auch hier ist wunderschöner Marmorboden vorzufinden, eine riesige Badewanne, und ein toller großer Spiegel. Aus diesem Zimmer würde ich wirklich nicht mehr freiwillig gehen. „Okay, so wundervoll dieses Zimmer auch ist und so müde ich jetzt auch bin – wir müssen noch zu Angermaier, ich brauche dringend ein pinkes, kurzes Dirndl. Und du eine Lederhose!“ Mit diesen Worten zerre ich ihn aus dem Zimmer, zurück in den Lift.

Wenige Minuten später stehen wir vor dem Laden und gehen hinein. Schon auf den ersten Blick finde ich mein Traumkleid: ein knallpinkes Kleid, kombiniert mit schwarz, außerdem mit tollen Stickereien und Brillianten darauf. Jetzt muss es wirklich nur noch passen! Ich probiere es an, und wirklich: Es passt. „Toll, ich habe mein Kleid gefunden. Wie sieht’s mit dir aus?“, frage ich meinen Mann. „Ja, ich habe auch was.“ Er hat sich in der Zwischenzeit für eine ziemlich traditionelle, knielange Lederhose entschieden, passend mit einem rot-weiß-karierten Hemd und passenden Schuhen. „Ja, ich bräuchte dann auch noch Schuhe, die passende Unterwäsche und Strümpfe. Was haben Sie da Schönes?“, erkundige ich mich bei der zuvorkommenden Verkäuferin.

Einen Moment später habe ich schon einen passenden pinken Balconette-BH und den dazugehörenden String in der Hand, außerdem Stiefel in dem gleichen Farbton, wie auch das Kleid und ganz normale, hautfarbene Stay-Ups mit Strapsen dazu. Die kaufe ich auch noch dazu, jetzt ist mein Wiesn-Outfit perfekt. Ich nehme die Tüte, Chase bezahlt in der Zwischenzeit mit seiner Kreditkarte die nicht gerade kleine Rechnung und wir fahren im BMW zurück ins Hotel. „Sollen wir eigentlich nicht noch etwas in einem Zelt reservieren?“, frage ich Chase während der Rückfahrt. „Ja, gute Idee. In was für ein Zelt würdest du gerne?“ – „Welches sind die Besten? Oder gibt es da gar keinen Unterschied?“ – „Nun ja, im Käfer und im Hippodrom sind immer viele Prominente, und die haben auch eher hohe Eintrittspreise. Der Käfer ist halt etwas kleiner, während das Hippodrom das größte Zelt auf dem ganzen Oktoberfest ist. Welches ist dir lieber?“ – „Irgendwie das Hippodrom. Da kann man sicher gut feiern.“ – „Gut. Ich reserviere dann im Hotel. Eher auf Nachmittag, oder? Oder willst du einen Tag lang nur Achterbahn fahren und am anderen nur saufen?“ – „Nein, wir fahren immer zuerst Achterbahn, dann geht’s ans Saufen!“, schlage ich vor. Er scheint damit einverstanden zu sein, sonst hätte er sicher etwas dagegen gesagt.

Zurück im Hotel betätigt Chase gerade den Anruf im Hippodrom und reserviert uns für Samstag einen Platz im Hippodrom, für Sonntag einen im Käfer. Scheinbar will er unbedingt in diese Schänke, er erzählt mir aber einfach nicht, wieso. „Ich leg mich ein wenig schlafen, weckst du mich so um 18 Uhr?“, bitte ich Chase. „Natürlich. Aber vorher noch eine kleine Frage: Wo sollen wir Abend essen gehen? Hier im Hotel oder irgendwo in einem Restaurant?“ – „Gehen wir hier im Hotel essen, die nächsten beiden Tage essen wir schließlich auf der Wiesn, da gibt’s nur noch Frühstück für uns hier.“ – „Okay, ist gut. Schöne Träume!“, antwortet er und gibt mir einen Küss auf die Stirn, dann schlafe ich wieder einmal ein.

Es ist mittlerweile 18 Uhr und ich werde soeben von Chase geweckt. „Aufwachen, Schatz. Du wolltest doch Abendessen gehen?“, ertönt es links von mir. Ich schlage die Augen auf, bleibe noch kurz liegen und stehe dann auf. „Ziehst du eher etwas schickes an? Ich hoffe doch, oder?“, erkundige ich mich bei ihm. „Natürlich. Ohne Abendkleidung kommt man hier gar nicht in den Speisesaal. Außer natürlich zum Frühstück.“, erhalte ich als Antwort. Ich gehe ins Badezimmer, mache mich frisch, stecke mir meine etwas verlegenen Haare hoch, damit ich sie nicht glätten muss und sprühe Parfum darauf. Nach einer knappen halben Stunde komme ich wieder aus dem Raum, aber immer noch im Bademantel. „Ach, ich weiß einfach nicht, was ich tragen soll.“, meckere ich, als ich vor meinem wirklich gut gefüllten Kleiderschrank stehe. „Warum trägst du nicht das schwarz-weiße von Chanel und nimmst dazu einfach pinke Accessoires?“ – „Super! Du hast mir mal wieder wirklich geholfen. Ohne dich würde ich wahrscheinlich noch Stundenlang hier stehen.“

Endlich sind wir beide fertig und gehen hinunter in den Speisesaal. Es ist wirklich so elegant, wie mir erzählt worden ist. Wir finden schnell einen Tisch und werden ebenso schnell von zwei Kellnern bedient. Wir bestellen eine Flasche guten Weißwein und dazu leckeren Fisch, der wirklich als frisch bezeichnet werden kann.

13

Endlich ist es Samstag Morgen, 6:00 Uhr. Ich stehe als erste auf, immerhin brauche ich auch lange genug im Bad. Zuerst gehe ich noch eine halbe Stunde joggen, damit sich das Fett nicht zu sehr ansetzt. Als ich wieder zurück ins Hotelzimmer komme, steige ich unter die Dusche, wo ich meinen Haaren eine Kur gönne. Danach schminke ich mich noch schön für das Oktoberfest und flechte mir zwei Zöpfe ins Haar. Dann schlüpfe ich in mein neues Dirndl, das mir heute sogar noch besser gefällt, als gestern. Chase ist in der Zwischenzeit auch schon fertig, jetzt gehen wir wieder runter in den Speisesaal, schon alles dabei und bereit für die Wiesn, nur das Frühstück fehlt noch. „Ich glaube, ich esse nur ein bisschen Obst. Irgendwie kriege ich so früh am Morgen nicht gerade viel runter.“, erwähne ich nebenbei im Lift. „Ich auch nicht. Sollen wir überhaupt frühstücken gehen oder schon gleich zur Theresienwiese?“ Ich stimme Chase voll und ganz zu, also gehen wir direkt aufs Oktoberfest. Wir laufen allerdings hin, noch ein bisschen mehr Fatburning. Außerdem sind es ja nur 20 Minuten und meine Stiefel sind wundervoll weich, obwohl sie einen 9 cm hohen Absatz haben. Um kurz vor 9 kommen wir endlich an, die Atmosphäre ist einfach wundervoll und es sind noch gar nicht so viele Leute da. „OK, welche Achterbahn fahren wir zuerst?“, frage ich. „Komm, wir haben genug Zeit um alle zu fahren. Machen wir heute.. was weiß ich, zum Beispiel alle echten Achterbahnen und Karusselle, morgen könnten wir dann diese High-Fly-Tower und Top-Spin und das ganze Zeugs machen.“, schlägt Chase vor. Ich bin der selben Meinung, also beginnen wir mit der Alpina Bahn, der scheinbar schnellsten Bahn auf der Wiesn, sogar mit Freier-Fall-Gefühle, da es eine Zeit lang fast 90° hinunter geht. Das Gefühl auf dieser Achterbahn ist einfach einzigartig, da versprechen die Fahrgeschäfte wirklich nicht zu viel!

Als nächstes geht es auf zur Höllenfahrt, die ich aber gar nicht so höllisch finde. Zwar dreht man sich und verliert durch die ganze Dunkelheit die Orientierung, aber man ist wirklich langsam und sie geht auch nicht so steil hinunter. Gleich danach fahren wir mit der Olympia Looping, einer wirklich genialen Achterbahn, sie hat fünf Loopings eingebaut, jeder in den Farben der Olympia-Ringe. Bei der wird mir wirklich ein wenig schwindlig, weil diese ganzen Drehungen so schnell hintereinander kommen. Die ganze Fahrt dauert ca. 3 Minuten, jetzt steigen wir aus. „Können wir uns kurz hinsetzen?“, frage ich Chase. – „Natürlich. Geht’s? Willst du was zu trinken?“ – „Danke, ich hab mir noch ein Wasser in die Tasche gesteckt im Hotel.“ Ich nehme kurz einen Schluck davon, dann stehe ich auch schon wieder auf und wir gehen weiter. Als drittes gehen wir zum Star Flyer, einem Karussell, bei dem man 55 Meter über München schwebt. Glücklicherweise können wir beide nebeneinander sitzen, diese Aussicht ist wirklich einzigartig, auch wenn es mir die Frisur leicht verweht. Leider ist auch diese Fahrt viel zu schnell wieder fertig, das waren auf keinen Fall mehr als zwei Minuten. „Sollen wir eigentlich diese Geisterbahnen überhaupt fahren? Ich finde die immer furchtbar langweilig“, schlage ich während dem Herunterfahren vor. Chase stimmt mir zu, jetzt holen wir uns glasierte Erdbeeren. Als wir zu dem Stand, an dem sie verkauft werden, laufen, begegnen wir drei Mädels, alle ungefähr 16, an die sich drei schmierige, ungepflegte Typen gehängt haben. „Hey, schau mal, Chase. Die Mädels dort drüben sehen auch nicht gerade glücklich aus über ihre Begleiter. Sollen wir da nicht etwas tun?“, frage ich ihn, da ich wirklich Mitleid mit den wirklich hübschen jungen Frauen habe. Die haben so etwas wirklich nicht verdient, besonders nicht die beiden Mädels im Partnerlook. Also gehe ich hin: „Hi. Endlich habe ich euch gefunden. Eure Freunde warten schon auf euch im Hippodrom und fragen, wann ihr endlich fertig seid.“ – „Ihr habt schon Freunde?!“, fragt der schmierige Typ, der sich an die Kleine, Brünette, scheinbar ebenfalls mit einem Pink-Tick geheftet hat. Sie starrt mich zuerst fassungslos an, kapiert aber schnell was ich damit bezwecken will und ergreift die Chance: „Oh ja, natürlich. Augustín, Paul und Beck! Tut uns wirklich leid, Jungs. Ciao!“ Entzückt über die Tatsache, dass sie Biermarken in Namen umgeformt hat, sage ich noch kurz: „Hey, also wenn euch solche schmierigen Typen wieder mal nerven, sagt ihnen einfach ins Gesicht, dass ihr sie hässlich findet. Die sind’s ganz bestimmt gewohnt.“ – „Danke. Tolles Dirndl übrigens!“, entgegnet mein kleiner Klon. Ich lächle, bedanke mich für das Kompliment und verabschiede mich. „Gut, das wäre geklärt. Gehen wir ins Hippodrom? Oder willst du zuerst noch woanders hin? Ich glaube, die Karusselle und Achterbahnen haben wir alle hinter uns.“ – „Ja, gehen wir auch etwas essen. Es ist ohnehin schon halb eins. Was hast du eigentlich zu den Typen gesagt?“ – „Nur, dass ihre Freunde im Hippodrom warten. Ich weiß auch nicht, warum das geklappt hat. Eigentlich wollte ich noch hinzufügen, dass nur noch die Leute, die reserviert haben, reinkommen.“ Chase beginnt zu lachen, kriegt sich aber nach wenigen Minuten wieder ein. Jetzt laufen wir ans andere Ende der Wiesn, in Richtung Hippodrom. „Gibt es da eigentlich auch was zu essen?“, erkundige ich mich. – „Da isst man wirklich gut. Ach, willst du dir eigentlich ein T-Shirt oder ein Maß-Krug kaufen?“ Er scheint mich loswerden zu wollen, aber ich bleibe hartnäckig: „Nein. Das mache ich erst am Abend, wenn wir nach Hause gehen. Denkst du im Ernst, ich will das Zeugs den halben Tag rumtragen?“

Endlich sind wir nach langem Drängeln im Hippodrom angekommen. Ich finde es wirklich erstaunlich, dass man hier so vorreservieren muss und trotzdem noch anstehen muss. Diese Schlange geht aber ziemlich schnell voran, nach drei Minuten sind wir drinnen an unserem Tisch. „Bringen Sie mir bitte die Speisekarte, und natürlich ein Maß Bier.“ Chase bestellt natürlich gas Gleiche. Als die Bedienung weg ist, drehe ich mich zu ihm um und erkundige mich: „Was ist ein typisches bayrisches Essen?“ – „Zum Beispiel Schweinsachsen, Backhendl, Bratwurst, ... Ich werde wahrscheinlich ein Backhendl nehmen.“

Endlich kommt das Maß, es ist Paulaner Bier, eines der starken. „Na dann, Prost!“ Wir bestellen auch noch das Essen, ich habe mich letztendlich für eine Bratwurst entschieden, da mir das andere nicht so wirklich zugesagt hat. Mein Essen kommt schon um einiges früher als das meines Mannes, es sieht aber wirklich lecker aus. Ich beiße hinein, es schmeckt sogar so gut, wie es aussieht. Die Bratwurst ist sogar einen ganzen Meter lang, aufgerollt, mit einem ebenfalls guten Baguette. In der Zwischenzeit ist auch Chases Hendl angekommen, das für ein solches Ding eigentlich auch ganz gut aussieht.

Nach zwei Speisen und insgesamt 7 Maß kippt mir Chase irgendwie vom Hocker, obwohl es erst 18 Uhr ist. „Hey, Schatz. Du wolltest doch sicher noch eine Brezel essen, oder?“, schüttle ich ihn, als ich ihm wieder auf die Beine helfe. Ich selbst bin noch gar nicht betrunken, ich spüre das viele Bier zwar ein wenig, aber denke und laufe noch ganz normal. Als ich sicher bin, dass er sicher sitzt, gehe ich zur Schänke und bestelle eine große Brezel.

Ich komme wieder zurück, Chase sitzt zum Glück noch dort, wo ich ihn abgesetzt habe. Ich setze mich auf meinen Teil der Bierbank und stopfe Chase das Gebäck in den Mund. „Mh. Bi-ffd duuh das, Sveen-ja?“, lallt er schließlich.

Zwei Stunden später, nach etwa zwei Liter Wasser und noch einer weiteren Brezel habe ich Chase endlich wieder einigermaßen nüchtern gekriegt. „Geht’s wieder?“, frage ich ihn. – „Ja, alles OK.“ Wir stehen auf und bezahlen den wirklich großen Betrag, ein Maß kostet schließlich 8€. „Komm, ich kaufe dir jetzt so ein Lebkuchenherz“, lächelt Chase mich an. Wir gehen zum nächsten Lebkuchen-Stand, an dem ich das allergrößte, eines für 30€ kriege. Ich bekomme es um den Hals gehängt, es ist jedenfalls ziemlich schwer. „Danke Schatz! Dafür kaufe ich uns jetzt noch Maß-Krüge und mir ein T-Shirt.“ Ich ziehe ihn zum nächstbesten Souvenir-Stand, wo ich 2 Maß-Gläser ordere und mir die Shirts ansehe. Letzten Endes entscheide ich mich für ein weißes im Ed Hardy-Syle, auf dem Oktoberfest 2008 steht. Es sieht wirklich süß aus.

Doch nach einem so langem Tag beschließen wir, uns endlich ein Taxi zurück ins Hotel zu nehmen. Wir gehen zum Taxi-Stand, wo wir schnell eines finden: „Zum 4 Seasons, bitte.“, erkläre ich dem Taxifahrer, der uns auf sehr direktem Wege dort hin bringt. Die Fahrt kostet dennoch wegen dem Nachtaufschlag 12€. Chase, der immer noch zu betrunken ist, um irgend etwas gescheit zu machen, will dem Taxifahrer seine American Express hinhalten. Ich nehme sie ihm aber aus der Hand und gebe dem Taxifahrer 13€ und schleppe Chase hinter mir ins Zimmer. „Jetzt reiß dich doch mal zusammen. Du hattest weniger Bier als ich. Ich tue doch auch nicht so besoffen!“, ermahne ich ihn vor dem Eingang noch einmal. Mit viel Mühe bringe ich ihn schließlich heil in den Lift und von dort aus sogar noch ins Zimmer.

Der nächste Morgen. Chase schläft noch, als ich um sieben Uhr aufstehe und joggen gehe. Um acht Uhr bin ich wieder da, er schläft aber immer noch. Ich denke mir nichts dabei und gehe duschen, schließlich will ich ja auch am zweiten Tag auf dem Oktoberfest toll aussehen. Während ich mir meine Haare wasche, überlege ich mir schon einmal was ich für eine Frisur machen könnte. Als ich fertig bin mit duschen, weiß ich auch schön die Lösung: ich glätte mir einfach die Haare.

Fast eine Stunde später bin ich eigentlich schon fertig, ich muss mich nur noch anziehen und Chase wecken. Ich beuge mich über ihn: „Hey, aufwachen, es ist schon 9:15 Uhr. Du willst doch nicht den ganzen Tag hier im Zimmer liegen?“ Langsam schlägt er die Augen auf: „So spät ist es schon?! Wow, heute trinke ich bestimmt nicht mehr so viel!“ – „Das war im Prinzip nicht so viel, du verträgst nur nichts.“ – „Doch, sicher. Du verträgst zu viel, wie machst du das bloß?“ Ich zucke mit den Achseln, da ich keine Ahnung habe.

Mittlerweile ist es 10 Uhr und wir laufen wieder in Richtung Theresienwiese. „Haltest du das schon aus, wegen den ganzen Sachen? Wir wollten die Bahnen fahren, in denen man richtig durchgeschüttelt wird?“, erkundige ich mich etwas besorgt. – „Doch, es geht schon. Wirklich. Aber ich brauche zuerst etwas zu essen.“, antwortet er mir, während er einen großen Schluck Wasser aus seiner Flasche nimmt. Ich habe meine 1-Liter-Flasche schon leer getrunken, deshalb habe ich leider keine mehr in der Hand.

Endlich sind wir da, als erstes müssen wir aber noch ein Frühstück für Chase organisieren. „Du würdest dir gut daran tun, etwas fettiges zu essen, das nimmt den Alkoholgehalt aus dem Blut“, weise ich ihn hin. – „Und was?“, fragt er mich. – „Nun ja... ich glaube da hinten in der Stadt habe ich gestern mal einen Starbucks gesehen. Die haben doch Muffins und Donuts. Kauf dir doch so was.“ Er nickt und wir machen uns auf den Weg zum Coffeeshop. Tatsächlich, bereits nach zwei Minuten stehen wir davor. Ich gehe vor und bestelle auch gleich für uns beide: „Zwei Karamell-Latte bitte und dann noch drei Muffins.“, in der Zwischenzeit hole ich meine Karte raus, da man auf der Wiesn nur mit Bargeld zahlen kann, muss ich sonst schauen, dass ich möglichst viel mit meiner Kreditkarte bezahlen kann. Ich stecke sie rein, unterschreibe noch schnell und nehme die Sachen mit zu dem Tisch, an den sich Chase mittlerweile gesetzt hat. „Ich hab dir schon gleich zwei Muffins genommen, je mehr Fett und Zucker in dein Blut kommen, desto besser.“ – „Danke“, er nimmt einen großen Schluck von seinem Latte.

Endlich kommen wir wirklich auf der Theresienwiese an, immerhin mit einer halben Stunde Verspätung, dafür aber mit gut gefülltem Magen. Endlich steigen wir in den Top-Spin ein, eines der brutalsten Fahrgeschäfte auf der Wiesn. „Na dann, viel Spaß.“, lache ich. Chase rollt nur mit den Augen, aber es scheint ihm wirklich besser zu gehen, als heute morgen.

Wir beginnen, zu fahren, schon wenige Sekunden später schüttelt es uns nur so durch, ich weiß nicht mehr, wo oben oder unten ist! Innerhalb von einer halben Minute machen wir bestimmt sieben oder acht Saltos, plötzlich hängen wir in der Luft, die vordersten beiden Reihen werden mit Wasserfontänen vollgespritzt, zum Glück trifft es mich gerade nicht, scheinbar hat Chase aber weniger Glück als ich.

Als wir wieder draußen sind, grinse ich nur: „Du bist ja ordentlich nass im Gesicht geworden! War es wenigstens erfrischend?“ – „Erfrischend auf jeden Fall, aber meine Haare sind auch nass geworden.“ – „Ach, die trocknen wieder.“ In dem Moment gehen wir auch schon weiter zur nächsten Attraktion.

Danach fahren wir auch noch die anderen Attraktionen, die wir gestern noch nicht geschafft haben, dann geht’s weiter in Käfer’s Wiesn-Schänke, wo wir uns ein Bier und Hendl bestellen. „Die musst du einfach probieren. Bitte, tu es für mich. Wenn es dir nicht schmeckt, kannst du ja immer noch was anderes bestellen“, hat Chase mich angebettelt. Also habe ich ihm wohl oder übel den Gefallen getan.

Endlich ist unser Essen da, tatsächlich, diese Backhendl, von denen immer gesprochen wird, sind besser, als ich gedacht hätte. Auch das Bier im Käfer schmeckt ganz anders, irgendwie tropischer. „Welches Bier ist das, und welches war das gestern?“, frage ich Chase. – „Nun, das gestern war die Oktoberfestausgabe vom Augustiner, und das heute ist die Oktoberfestausgabe von Paulaner. Ich fand ja das gestern besser.“ – „Warum? War da weniger Alkohol drinnen?“ Ich lache, dann esse ich in Ruhe weiter.

Auch heute trinken wir wieder unsere 6 Maß, Chase scheint sie fast noch schlechter zu vertragen, als gestern, was ich irgendwie nicht verstehen kann, denn ich bin immer noch ziemlich nüchtern. Wieder einmal zahle ich die Rechnung, die noch höher ist als am Vortag, immerhin ist es ja der Käfer, wird mir vom Nebentisch her erzählt, dann nehme ich Chase und wir laufen wieder zum Taxi, dieses mal ist es aber erst 10 Uhr am Abend.

Im Hotel angekommen packe ich schon einmal das nötigste ein, immerhin fliegen wir ja morgen wieder ab. „Schatz, bevor du einschläfst, was willst du morgen anziehen?“, erkundige ich mich, allerdings ohne eine Antwort zu kriegen, er ist schon eingeschlafen. Also lasse ich ihm eben eine Jeans und ein Hemd im Schrank, dazu seine typischen Designerschuhe, mir lasse ich meinen schwarzen Pencil-Skirt und dazu eine pinke Bluse im Schrank hängen, natürlich mit schwarzen Ankle-Boots. Dann gehe auch ich ins Bett.

14

Wir sind im Taxi, auf dem Weg zum Flughafen München, das Auto musste ich ja abgeben, damit es nach Amerika geschifft wird. Ich habe immer noch nichts gefrühstückt, ebenso wenig Chase. „Gibt es eigentlich hier am Flughafen einen guten Imbiss oder sonst etwas?“, möchte ich von ihm wissen. „Na ja, ich selbst bin noch nie von München weg geflogen. Aber ich habe gehört, es soll eine super Döner-Bude und ein gutes bayrisches Haus mit scheinbar leckeren Snacks geben.“ – „Wenigstens das. Kann man da eigentlich auch gut shoppen? So Duty-Free und so? Ich brauche nämlich dringend ein neues Parfum.“ – „Das kann man an jedem Flughafen.“, beruhigt er mich, danach liege ich die restliche Fahrt über schweigend in seinen Armen.

Am Flughafen angekommen checken wir gleich ein, an der First-Class-Schlange sind wir sogar die ersten, wir müssen also gar nicht warten. „Also, das waren echt die wunderschönsten 2 Wochen, die ich je erlebt habe. Danke, Schatz“, flüstere ich ihm nach dem Einchecken ins Ohr. Er lächelt mir zu und wir gehen nach hinten in den Sicherheitsbereich. „Also, wir haben jetzt noch knappe zwei Stunden bis zum Boarding.“, erklärt er mir: „Wollen wir zuerst etwas essen gehen, danach können wir shoppen?“, fragt er mich. – „Warum machen wir es nicht umgekehrt?“ – „Auch gut. Also, zuerst in die Parfümerie? Dann kaufe ich noch Scotch und Zigarren.“ Ich kann einfach nicht anders, als zu lachen, immerhin weiß ich ja, dass Chase nicht gerade viel Alkohol verträgt. Aber ich lasse ihm die Freude an seinem Scotch.

In der Parfümerie angekommen gehe ich gleich zur Lancôme-Ecke, wo ich mir das neue Parfum kaufen will, das Magnifique. Zuerst probiere ich es aus, es riecht wirklich lecker, also kaufe ich mir das 50-ml-Eau de Parfum, dann brauche ich auch noch eine neue Gesichtscreme. Da vertraue ich schon lange auf die Aquamilk von Lancaster. Es erstaunt mich zwar nicht, dass das Zeugs hier günstiger ist als in normalen Läden, aber ich hätte mir wirklich nicht träumen lassen, dass es soviel günstiger ist. Als ich alles im Körbchen habe, das ich brauche, inklusive einem neuen pinken Lippenstift und einem Mascara von Chanel, gehe ich mit Chase zusammen seine Zigarren kaufen, die will ich immerhin mitrauchen, und auch beim Scotch will ich mitbestimmen. „Sollen wir diese kubanischen nehmen, oder die aus Mexiko?“, er überlässt wirklich mir die Entscheidung. Ich packe die kubanischen in unseren Korb, der in der Zwischenzeit recht gefüllt ist, den Scotch haben wir schnell gefunden, da wir beide schon einen Gemeinsamen haben. Bei der Kassa bezahlen wir noch, dann gehen wir in Richtung Restaurants. „Auf was hast du eigentlich Lust?“, fragt er mich zuvorkommend. – „Wie wäre es vielleicht mit der Dönerbude, von der du geredet hast? Bayrisches Essen hatten wir ja in der letzten Zeit genügend.“ Er stimmt mir zu, also biegen wir links ab und kommen zu einem Teil, der die Bude darstellen soll. „OK, was isst du? Ich finde die Auswahl immer so groß“, meine ich noch bevor wir hineingehen. – „Ich glaube, ich werde einen ganz normalen Döner nehmen.“, erwidert Chase. Also gehen wir hinein, er bestellt zuerst, dann bestelle ich: „Einen normalen, scharfen Döner, ohne Zwiebeln und einen Pide. Den linken da bitte.“

Ich werde von allen Seiten angestarrt, mit meinem vielen Essen in der Hand, als wir hinausgehen. „Du willst das jetzt aber nicht wirklich alles essen?“, wundert sich ebenfalls Chase, der das eigentlich gewohnt sein sollte. Ich nicke aber und esse zuerst meinen Döner weiter. „Wann geht eigentlich der Flug?“ – „Oh, verdammt. Wir müssen ja in 10 Minuten ins Flugzug. Komm, den Pide kannst du ja auch drinnen fertig essen!“ – „Drinnen? Nein, ganz bestimmt nicht. Die Economy-Class boardet doch sowieso zuerst. Oder hast du die Zeit schon miteinbezogen?“ – „Ja, eben. Die sind schon dran. Also iss!“ Ich verdrehe die Augen, laufe aber gemeinsam mit ihm in Richtung First-Class-Gate. Schon auf dem halben Weg dort hin habe ich es glücklicherweise geschafft, meinen Döner fertig zu essen, jetzt folgt noch das andere Brötchen. „Das ist jetzt nicht wirklich dein Ernst? Dann hast du ja im Flugzeug keinen Hunger mehr, wenn es das leckere Essen gibt?“ – „Doch, sicher“, schmatze ich: „der ist ja nicht so groß. Und das Essen wird sowieso erst später serviert.“ Doch in diesem Moment klingelt mein Handy. „Hier, nimm mal“, ich drücke Chase mein Essen in die Hand und hole das kleine, nervige Ding aus meiner Tasche. Ich habe gerade eine SMS gekriegt, die lese ich noch schnell. Sie ist von Greg, was mich sehr wundert: „Hi Svenja. Ich weiß, du bist wahrscheinlich noch mit deinem Ehemann in den Flitterwochen. Ich will euch auch nicht stören, ihr solltet aber beide wissen, dass Wilson sich wegen dir so betrunken hat, dass man ihm den Magen auspumpen musste. Er hat eine Alkoholvergiftung und liegt jetzt nur wegen dir im PPTH. Greg.“ – „Da, lies mal!“, fordere ich Chase auf und esse meinen Pide fertig. Er hat es in der Zwischenzeit auch gelesen und sieht mich schockiert an: „Eine Alkoholvergiftung?!“ Ich nicke, dann schalte ich mein Handy aus und wir steigen ins Flugzeug.

Als ich meinen Platz im Flugzeug einnehme, muss ich unweigerlich an Wilson denken, warum er sich das wohl genau angetan hat. Er tut mir wirklich leid, schon alleine, weil ich ihn auf eine so gemeine Art verlassen habe. Chase sieht mir die Schulgefühle natürlich an: „Svenja, komm schon. Reg dich doch nicht so auf, du kannst nichts dafür. Außerdem hätte House auch ein wenig besser aufpassen können, er ist ja nicht gerade der fürsorglichste Freund.“ Ich schaue ihn an, lasse leicht den Kopf auf und ab schwenken, als Zeichen der Zustimmung, und lasse mich in seine Arme sinken. Ganz ohne es zu wollen schlafe ich schon bevor wir überhaupt auf die Rollbahn kommen ein.

Es war ein kalter Samstagabend, House stand vor Wilsons Krankenbett, sein Freund war immer noch ohnmächtig, er war sich natürlich keiner Schuld bewusst, trotzdem fühlte er irgendwie ein Gefühl das er noch nie gefühlt hatte. „Mitgefühl“, hatte Cuddy ihm erklärt, woraufhin er eine abwertende Handbewegung gemacht hatte. Trotzdem wünschte House sich in diesem Moment nichts mehr, als dass Wilson aufwachte und ihm ins Gesicht sagen könnte, dass er ihn nie wieder so erschrecken würde. Aber wider jeglicher Erwartungen blieb Wilson für diesen Abend noch stumm, die Ärzte begannen sich langsam zu fragen, ob er vielleicht in ein Wachkoma gefallen war. „Aber das würden doch die Werte bestätigen“, argumentierte House dagegen, so gut es ging. Fast schon stieg ihm eine Träne in die Augen, schon lange hatte er sich nicht mehr so elend gefühlt, nicht einmal damals, als er seinen Vicodin-Entzug machen musste, was natürlich kein Vergleich zu dieser Situation war.

10 Stunden später, um etwa 23 Uhr in der Nacht, kommen wir am New Jersey Airport an, ich kann kaum glauben, als ich von Chase geweckt werde, dass ich wirklich die ganze Flugzeit über geschlafen habe und das Essen gerade auch noch verpasst habe. Müde und zerknittert steige ich aus dem Flieger und bewege mich neben meinem Mann in Richtung Förderband, um unsere vielen Koffer zu holen.

Ich setze mich schon einmal mit dem ganzen Handgepäck auf eine kleine Bank in der Nähe, während Chase das Gepäck, das erstaunlicherweise Alles zusammen als Erstes ankommt, holt. Geschätzte zwei Minuten später steht er vor mir, bereit, ein Taxi zu nehmen und zurück in die Wohnung zu fahren. Genau da fällt mir ein, dass alle meine Sachen noch bei Wilson zu Hause liegen. Durch die überraschende Wendung bei der Hochzeit hatte ich keine Gelegenheit, um meine Sachen zu holen. „Und was machen wir jetzt?“, frage ich Chase. – „Ich weiß nicht, hast du vielleicht noch einen Schlüssel?“ – „Ja, sicher. Aber erscheint das nicht ziemlich taktlos, wenn ich in der Zeit, in der er im Krankenhaus liegt, einfach alle meine Sachen hole?“ – „Nein, dafür kannst du doch nichts. Und ihn wird, wenn er wieder zurück kommt, nichts mehr so sehr an dich erinnern.“ Ich stimme ihm zu und wir fahren zuerst in Chases Wohnung, wo wir unser Reisegepäck abladen und fahren dann mit seinem Auto, einem schwarzen Mercedes SL55, weiter zu Wilsons Wohnung fahren. Dort angekommen steige ich langsam aus dem Wagen aus, schon in der Erwartung, gleich an alte Zeiten erinnert zu werden.

In der Zwischenzeit bin ich in Wilsons Wohnung, in der Tat werde ich etwas an die Zeiten, in denen ich noch mit ihm zusammen war erinnert, doch es ist nicht annähernd so schlimm als ich erwartet hatte. „Kannst du vielleicht meine Kleidung einpacken?“, frage ich Chase. „Warum?“, will er zuerst wissen. – „Na ja, ich muss noch genügend andere Sachen einpacken. Und bei Kleidung kann man am leichtesten erkennen, was mir gehört und was nicht.“ Er scheint einverstanden zu sein, denn er nimmt den leeren Koffer und geht ins Schlafzimmer, von dem aus er in den kleinen begehbaren Kleiderschrank kommt. Ich packe jetzt die ganzen anderen Sachen, wie CDs, DVDs, Geräte, etc. ein.

Als sowohl Chase als auch ich fertig sind, gehen wir wieder zu seinem Auto, wo wir das Ganze notgedrungen hinein kriegen. „Hast du eigentlich Hunger?“, will er wissen. „Ja, schon ein Bisschen. Aber du hast doch bestimmt nichts zu Hause und wo soll man mitten in der Nacht etwas zu essen herkriegen?“ – „Tja, da hast du recht. Zumindest was den ersten Punkt betrifft.“ Ich schaue ihn verwundert an, er fährt fort: „Ich kenne ein kleines Restaurant hier in der Nähe. Der Besitzer davon, der auch gleichzeitig der Koch ist, schuldet mir noch etwas. Wir könnten dahin gehen und eine Pizza essen.“ Selbstverständlich bin ich mit etwas zu Essen zufrieden, also fahren wir zu diesem Restaurant, ich am Steuer, während Chase seinen Kumpel anruft.

Wir haben gerade bestellt, Chase ein Risotto mit Meeresfrüchten, ich Nudeln mit Krabben. Zu allem Glück hat man uns auch romantische Musik zur Verfügung gestellt. Jetzt ergreift Chase meine Hand und streichelt sie: „Ich weiß nicht, wann ich das dir das letzte Mal gesagt habe, nach all dem Bier auf der Wiesn, aber: Ich liebe dich mehr als alles Andere.“ Natürlich freue ich mich darüber, dennoch kann ich nicht anders als über Wilson, der noch immer im Koma liegt, nachzudenken. „Hey, ich muss mal telefonieren. Bitte entschuldige mich.“, erkläre ich Chase und gehe raus vor die Tür.

In mein Handy gebe ich die Nummer von House ein. Nach kurzem Läuten nimmt er ab: „Ja?“ – „Hey, ich bin’s, Svenja. Wie geht es Wilson?“ – „Er ist immer noch komatös. Was willst du eigentlich?“ – „... nur wissen, wie es ihm geht. Warum hat er das getan?“ – „Komm schon, das kannst du dir doch vorstellen.“ – „Nein! Verdammt, jetzt sag schon Konkreteres!“ – „Tja, er hat es nun mal nicht ausgehalten ohne dich. Ein paar Tage lang hat er mit mir gemeinsam gesoffen, Whiskey, Scotch und so. Aber dann, irgendwann, hat er, als ich nur mal kurz Pizza holen gegangen bin, scheinbar so viel getrunken, dass er ohnmächtig geworden ist. Ich hab ihn natürlich ins Krankenhaus gebracht, doch das hat nichts mehr genützt.“ – „Geht es ihm schon ein wenig besser?“ – „Nein!“ Wir schweigen uns an, ungefähr eine Minute lang, doch dann ergreift House wieder die Initiative: „Was hat er dir eigentlich getan, dass du ihm so etwas angetan hast? Und vor allem: Was habe ich dir getan, dass du mich verlassen hast?“ – „Ihr habt mir beide nichts getan, wirklich. Aber ich habe für euch beide einfach nicht so empfunden, wie für ihn. Es tut mir wirklich leid, aber ich kann einfach nicht mehr tun, als mich zu entschuldigen.“ – „Ja. Willst du sonst noch was wissen?“ – „Nein, ich denke nicht. Bitte sag ihm, dass es mir leid tut. Ich werde morgen vorbeischauen, aber falls er vorher aufwacht...“, ich fange an, mir ernsthaft Gedanken über die Aktion, die ich bei der Hochzeit veranstaltet habe, zu machen, „...bitte sag ihm, wie Leid es mir tut.“ – „Gut. Man sieht sich.“ Ich lege auf, warte noch kurz, um mich wieder zu sammeln, dann gehe ich wieder rein zu Chase: „Ich wollte nur kurz hören, wie es Wilson geht. Es scheint ja meine Schuld zu sein, dass es ihm so ergangen ist.“ Er nickt, doch genau in diesem Moment kommt schon unser Essen, eigentlich genau im richtigen Moment. Es sieht schon so lecker aus, doch es schmeckt noch besser, als es aussieht.

15

Wir sind schon auf dem Heimweg, da klingelt mein Telefon, das ich auch gleich abnehme: „Hey, ich bin’s. Greg. Ich wollte dir nur sagen: Wilson ist aufgewacht, vielleicht willst du ja selbst mit ihm reden.“ Ich überlege kurz, dann antworte ich: „Okay. Ich komme.“, und drehe mich zu Chase um: „Ich weiß, du bist sicher müde, aber bitte könnten wir kurz noch ins Princeton Plainsboro fahren? Ich muss da noch etwas klären...“ – „Ja, sicher. Ich hoffe, du kannst dann mit dem Ganzen abschließen.“

Im Krankenhaus angekommen gehe ich gleich zur Station, auf der er liegt. Chase wollte im Auto warten, was mir in diesem Fall sehr recht war. Doch schon beim Eingang erwartet House mich: „Du hast echt lang gebraucht, komm mit.“ Ich zucke mit den Augenbrauen und laufe hinter House her. „Er ist also aufgewacht, hm? Hat er schon etwas gesagt?“ – „Tja, er wollte wissen, wie es dir geht. Und vor allem, was du machst.“

Endlich kommen wir bei Wilsons Zimmer an, House dreht sich zu mir um: „Also, ich lasse euch jetzt alleine. Redet, so lange ihr wollt.“ Ich öffne die Tür und betrete das Zimmer, immer noch ein mulmiges Gefühl im Bauch. „Hi Wilson... wie geht es dir?“, frage ich, als ich zu ihm hingehe. Er liegt so mitleidserregend da, dass ich wirklich fast weinen muss, als er mich ansieht: „Danke, dass du kommen konntest. Mir geht’s den Umständen entsprechend. Bitte hör mir kurz zu: Ich hab mir irgendwie schon gedacht, dass du mich nicht heiraten wolltest. Du warst in den letzten paar Tagen so distanziert zu mir und hast mich jedes Mal, als ich mit dir gesprochen habe, so seltsam angesehen. Ich trage es dir wirklich nicht nach, dass du schlussendlich Chase geheiratet hast, aber du solltest wissen, dass es wirklich fies von dir war, mich so zu hintergehen. Ich habe dir ständig alles geboten, das mir möglich war. Also entweder war es dir nicht gut genug oder du bist einfach nur herzlos.“ Ich trete näher hin und nehme seine Hand. Schließlich starre ich ihn wehmütig an: „Ich weiß, mein Verhalten war so inakzeptabel, man kann es kaum mit irgend etwas Anderem messen. Ich wollte dir wirklich nicht wehtun und es ist eigentlich auch überhaupt nicht meine Art. Normalerweise tue ich so etwas nicht, es ist echt nicht meine Art. Ich habe keine Ahnung, was mich damals überkommen hat. Aber es tut mir so schrecklich leid, alles was ich dir jemals angetan habe.“ – „Okay. Ich glaube dir wirklich. Und ich hoffe auch, wir können eventuell Freunde bleiben. Vielleicht hin und wieder mal auf eine Kunstausstellung gehen? Überglücklich, dass er es mir nicht nachträgt, umarme ich ihn und flüstere in sein Ohr: „Ja, sicher. Ich rufe dich an, wenn ich von der Nächsten etwas mitkriege.“ Dann verabschiede ich mich und gehe aus dem Krankenhaus, wieder in Chases Wagen, wo er schon auf mich wartet: „Na, wie war’s?“ – „Er will, dass wir Freunde bleiben. Ich bin wirklich froh, das geklärt zu haben. Aber lass uns nach Hause fahren.“

Schließlich sind wir bei ihm daheim und gehen in die Wohnung, die ganzen Kartons mit meinen Sachen in der Hand. Oben in seiner schicken, großen Wohnung angekommen, laden wir die Dinger neben der Tür ab und beginnen uns zu küssen: „Ich bin wirklich froh, dass die ganze Sache geklärt ist. Jetzt können wir unser Leben verbringen, ohne dass du Schuldgedanken an ihn haben musst“, flüstert er mir ins Ohr. Chase trägt mich ins Bett, wo wir es zuerst einmal wieder miteinander treiben, danach liegen wir beide im Bett, ich in seinen Armen. „Schlaf gut“, flüstert er mir ins Ohr, dann schlafe ich ruhig und friedlich neben ihm ein.

***ENDE***
27.10.08 08:56


Svenjas Erlebnis in New Jersey

1

 

Ich bin Svenja da Silva, Salsatänzerin aus Madrid. Ich bin 26 Jahre alt. Ich bin nicht besonders groß, 1,60m. Ich bin sehr zierlich gebaut. Meine Haare sind goldblond mit einem leichten Braunschimmer. Sie sind glatt, lang und ich trage einen seitlichen Fransenpony. Meine Augen sind haselnussbraun. In meiner Freizeit tanze ich auch gerne Hip-Hop, gehe aus und trage nur schwarze, pinke und weiße Sachen. Am liebsten trage ich Röcke, Shirts oder Kleider, eigentlich fast nie eine Hose. Natürlich trage ich auf Grund meiner Größe auch fast nur High Heels. Am liebsten trage ich viel Schmuck. Da ich mit Salsashows mein Leben finanziere, komme ich auch viel in der Welt herum. Neulich habe ich gerade das 53. Land in meinem Leben besucht.

Meine Mutter war Carla da Silva, eine Journalistin. Sie war ebenfalls Spanierin, jedoch stammte sie aus Barcelona. Mittlerweile ist sie seit 9 Jahren tot.

Mein Vater ist Carlos Santos Alvernandéz. Er ist ursprünglich aus Argentinien, lebt aber seit 23 Jahren in Spanien. Er ist eigentlich Verkäufer, doch gehört zur argentinischen Mafia, genau gesagt ist er ihr Boss.

Meine Mutter starb an einem Autounfall, als ich 17 war. Natürlich war es kein Zufall, dass das andere Auto in sie gefahren war. Mein Vater hatte ständig Affären und wollte nicht, dass meine Mutter irgendwann einen Anderen hatte. Deshalb ließ er sie von seinen Handlangern überfahren. Seit ich davon erfahren habe, will er auch mich aus dem Weg räumen...

 

 

2

 

Ich befinde mich gerade für eine Tour durch die USA im Flugzeug Richtung New York. Da ich meinen Vater schlussendlich angezeigt habe, ist die ganze Mafia hinter mir her. Deshalb halte ich mich hier unter dem Namen Lara Tardón auf. Auch mein gefälschter Pass wurde auf diesen Namen ausgestellt, das war die einzige Möglichkeit, schnellstmöglich vor der Mafia fliehen zu können. Auch mein Tanzpartner, Enrico Hernandéz, reist unter falschem Namen, nämlich Marco Santana.

Schließlich landen wir und checken auch schnellstmöglich aus. Auf dem Weg in unser Hotel wird mir allerdings schlecht, Enrico, der am Steuer unseres gemieteten BMWs sitzt, hat keine bessere Idee als anzuhalten. Doch nachdem ich mich schon seit mehreren Minuten ununterbrochen übergeben muss und nun auch noch ohnmächtig werde, fällt ihm nichts anderes ein, als mich in eine Klinik zu bringen.

 

„Ihr Name bitte?“, fragt mich die Sekretärin in der Notaufnahme des New York Mercy. „Lara Tardón“, lüge ich schnell. Doch als der für mich zuständige Arzt nicht herausfinden kann, was mir fehlt, versagt auch noch meine Leber. Der Arzt, Dr. Hopps, weiß sich keinen besseren Rat, als im Princeton Plainsboro Teaching Hospital anzurufen, das allerdings einige Stunden Fahrt entfernt ist. „Dort gibt es einen der besten Diagnostiker, Dr. House. Ich habe bereits hier im NYM. ein Konsulat gehalten, jedoch konnte auch keiner unserer zahlreichen Spezialisten herausfinden, was Ihnen fehlt.“, teilt mir Dr. Hopps schließlich mit. Deshalb bleibt mir keine andere Wahl, als in das von ihm erwähnte Krankenhaus zu fahren.

 

Nach einer ungefähr 5 Stunden andauernden Fahrt kommen Enrico und ich endlich im Plainsboro an. „Hallo, ich bin Lara Tardón, Dr. Hopps vom New York Mercy müsste schon angerufen haben.“, sage ich zur Frau am Empfang, die verständlich nickt und mich in einem Rollstuhl sofort in ein geräumiges, helles Zimmer bringen lässt. Kurz darauf kommt ein gutaussehender Arzt, der sich als Dr. Chase vorstellt. Er sei in Dr. House’s Team und möchte einige Untersuchungen an mir vornehmen. Nachdem mir Blut abgenommen worden ist, wird jetzt auch noch ein CT an mir gemacht. „Bitte halten Sie still“, ertönt es aus dem Raum. Doch es ist nicht Dr. Chase, es ist ein grimmiger, aber verdammt gut aussehender Arzt, der sich als Dr. House vorstellt. Also tue ich, wie mir befohlen wird. Ich versuche so still wie möglich zu halten, doch das funktioniert nicht sehr lange, denn schon nach einer knappen Minute kriege ich einen Krampfanfall. Schnell holt mich Dr. Foreman, ein schwarzer Arzt, aus der Röhre und spritzt mir ein Mittel, das schon nach einigen Sekunden wirkt. Allerdings werde ich schon wieder bewusstlos.

 

„Ob sie wohl schwanger ist?“, höre ich eine Ärztin reden, als ich nun langsam aus meinem Schlaf aufwache:„Hallo?“ – „Oh, Sie sind aufgewacht? Fühlen Sie sich wieder etwas besser? Sie waren fast drei Stunden ohnmächtig!“ – „Wirklich? Nein, es geht mir wieder besser... sind diese Kopfschmerzen normal?“ Fast schon geschockt sieht die Ärztin mich an: „Was sind es für Kopfschmerzen? Aber doch nicht etwa am Oberkopf!?“ Nun muss ich überlegen... wo sind denn die Schmerzen? Langsam lokalisiere ich sie, ganz unten, fast im Nacken. Das antworte ich ihr auch. „Nun, ich denke, Sie müssen sich keine Sorgen machen, während Sie gekrampft haben, haben Sie sich Ihren Kopf angeschlagen. Oh, ich bin übrigens Dr. Cameron!“ – „Es sind aber wirklich starke Schmerzen, sie sind kaum auszuhalten!“ Langsam fasse ich mir hinten an den Kopf, spüre auch schon etwas schmieriges. Deshalb ziehe ich die Hand schnell wieder zurück, und bemerke, dass ich stark zu bluten scheine. Dr. Cameron bemerkt es und beeilt sich, die Blutung zu stoppen.

 

Zwei Stunden später sind die Ärzte immer noch ratlos. Enrico sitzt neben mir und hält meine Hand, „es wird bald wieder, Svenja. Glaub mir, schon Ende dieser Woche wirst du wieder mit mir übers Parkett schwingen.“ In diesem Moment kommt auch schon der gutaussehende Arzt, Dr. House ins Zimmer. „Nun, wir denken, Sie sind schwanger, Lara.“ Geschockt sehe ich ihn an, „nein, das kann doch nicht sein! Und wieso habe ich dann so geblutet?“ – „Wir glauben, der Fötus hängt nicht an Ihrem Uterus, sondern an Ihrer Leber, in seltenen Fällen kann das zu Blutungen, Organversagen und anderen Ausfällen führen. Genau wie das bei Ihnen war... Wir werden Sie heute noch operieren.“ Enrico springt auf, „das kann nicht sein! Nein, ich werde gehen, du kennst unsere Abmachung mit der Schwangerschaft! Leb wohl, ich werde mir eine andere Partnerin suchen!“ In diesem Augenblick stürmt er aus dem Raum und schlägt die Türe hinter sich zu. „Sie haben wohl einen etwas aggressiven Mann?“, fragt House mich. „Nein, er ist nicht mein Mann... nur ein Kollege... nun ja, jetzt wohl nichts mehr von all dem.“ „Auch gut, Sie werden gleich zur Operation vorbereitet. Bis bald“ House geht aus dem Raum, dreht sich aber noch einmal um. Für einen Moment halten wir intensiven Blickkontakt, dann ist er weg.

 

Schließlich werde ich in den OP geschoben, eine Ärztin, Dr. Montgommery, gibt mir ein Anästhetikum und beginnt. „Bitte sagen Sie mir, wenn Sie Schmerzen spüren“, sagt sie mir höflich. Doch alles scheint gut zu verlaufen, zumindest spüre ich nichts. Nach etwa einer halben Stunde hält Dr. Montgommery einen Kloß, ähnlich wie Eingeweide, in die Luft. „Sehen Sie sich das an, dieses Ding wollte Sie von innen zerstören. Eine weitere Schwangerschaft könnte sehr riskant sein, deshalb sollten Sie, falls Sie den Wunsch nach Kindern verspüren, besser über eine Adoption nachdenken.“, erklärt sie mir.

 

Nun liege ich wieder auf meinem Zimmer, ich soll mich noch kurz erholen, dann könne ich gehen, hat man mir gesagt. Dieses mal kommt Dr. Chase in mein Zimmer. „Sie können nun nach Hause. Wo leben Sie eigentlich, ich dachte Sie touren durch Amerika?“ Die Frage treibt mir Tränen ins Gesicht, „ich habe kein Zuhause. Wahrscheinlich werde ich versuchen, einen Flug für das wenige Geld, das ich bei mir habe, zu bekommen und fliege nach Spanien.“ – „Wissen Sie, ich habe da eine Idee. Ich werde Dr. House fragen, ob Sie einige Tage bei ihm unterkommen können. Er hat eine sehr große Wohnung und würde sich sicher über einen Mitbewohner freuen. Ich werde ihn mal fragen.“ Mit diesen Worten verlässt Chase den Raum...


 

3

 

... „House? Würde es Ihnen etwas ausmachen wenn Lara für ein paar Tage bei Ihnen leben würde?“ – „Sind Sie eigentlich verrückt Chase?! Wissen Sie, was der Grund dafür ist, dass ich alleine lebe? Die Menschen nerven mich!“ – „Ach kommen Sie, die Frau ist hübsch und nett. Ich würde sie ja selbst zu mir nach Hause nehmen, aber es wird gerade umgebaut...“ Chase starrt House gerade zu an. House verdreht genervt die Augen und sagt schließlich: „Na gut, aber sie stört nicht, sie lässt mich das Fernsehrprogramm bestimmen und es ist nur für ein paar Tage!“

 

Einige Minuten später kommt Chase wieder in mein Zimmer. „Stellen Sie sich vor, er hat ja gesagt!“ Das überrascht mich, denn Dr. House hat in der Zeit, in der er mich behandelt hat, nicht den Anschein gemacht, interessiert an Kontakten zu sein. Dennoch bin ich froh, nicht nach Hause fliegen zu müssen und dort wieder auf der Flucht vor meinem Vater sein zu müssen, also packe ich meine Sachen. Chase hilft mir dabei, denn er meint, ich solle mich nicht zu sehr anstrengen. Kurz bevor wir fertig sind, betritt House das Zimmer. „Sind Sie fertig? Ich habe nicht den ganzen Tag Zeit...“ Mit einem Lächeln im Gesicht erwidere ich: „Ja, ich packe gerade das letzte Teil ein. Und vielen Dank, dass ich bei Ihnen wohnen darf. Ich werde Ihnen wirklich nicht zur Last fallen!“ – „Ach, tun Sie nicht so! Das tun Sie schon, indem Sie mit mir reden.“

 

Wir sitzen in House’s Auto. Nach einiger Zeit des Schweigens meine ich: „Bitte nennen Sie mich Lara. Und Sie können auch du zu mir sagen.“ Er sieht mich nur verdutzt an und scheint nicht zu wissen, was er sagen soll, doch schließlich reißt er sich zusammen und erwidert: „OK, Lara... dann sag du doch auch zu mir Gregory. Oder einfach Greg. Aber ich bin nicht sehr gesprächig. Und wenn du zu viel redest, fliegst du raus, ist das klar?“ – „Ähm.. ja, natürlich...“ Endlich sind wir angekommen. Wir steigen aus, zwar will ich die Tasche selbst nehmen, doch Greg hievt sie aus dem Wagen und trägt sie nun in seiner einzig freien Hand. Er zeigt auf den noch steckenden Schlüssel: „Bitte nimm du ihn und sperr die Wohnung auf. Es ist die Erste links.“ Ich schließe also die Wohnung auf. Nach kurzem Umsehen bin ich wirklich überrascht. Chase hatte nicht untertrieben. „Wow, die ist aber wirklich groß... und so schön eingerichtet!“ Greg winkt aber nur ab, es scheint ihn nicht im geringsten zu interessieren, was andere Leute über seine Wohnung denken. Stattdessen entgegnet er nur: „Was willst du zu Abend essen? Der Kühlschrank ist im Moment ziemlich leer, wir werden wohl etwas bestellen müssen.“ Er setzt sich hin und weist auf einen Stapel Papier, Bestellkarten vieler verschiedener Restaurants, wie ich gleich herausfinden sollte. „Mir ist es eigentlich egal, wo wir etwas bestellen, such doch du aus“, antworte ich ihm schließlich. Nach ungefähr fünf Minuten einigen wir uns auf etwas vom Italiener. Als das Essen bestellt ist, holt Greg eine Flasche Wein und zwei Gläser. „Darf ich denn überhaupt schon Alkohol trinken?“, frage ich ihn. Er lacht nur, als hätte ich gefragt, was 1+1 sei und antwortet: „Das mit dem Alkohol wird total überschätzt. Das dient doch nur als Abschreckung. Denkst du etwa es macht einen Unterschied ob du heute oder in zwei Wochen was trinkst?!“

 

Ca. eine viertel Stunde später ist unser Essen da, wir haben schon die halbe Weinflasche leer getrunken. Ich nehme es entgegen und wir essen es schweigend. Nach der Hälfte hole ich auch noch eine zweite Flasche Wein. Wir essen immer noch ohne ein Wort zu sagen, und leeren auch diese Flasche.

Nach leckeren Nudeln und ungefähr drei Flaschen Wein und 2 Grappas sind wir beide leicht angeheitert, Greg rutscht etwas näher zu mir: „Weißt du, ich mag dich. Du bist hübsch, und...“ da küssen wir uns auch schon. Er stürzt sich auf mich und öffnet sanft den Reißverschluss von meinem Kleid. Da passiert es: wir schlafen miteinander! Er ist so sanft und vorsichtig, aber gleichzeitig auch wild. An diesem Abend schlafen wir beide auf dem Sofa ein und ich liege in seinen Armen.

 

Am nächsten Morgen ist Greg als erster wach. Als ich aufwache, scheint er schon auf der Arbeit zu sein. Langsam stehe ich auf und ziehe mich an. Allerdings habe ich leichte Kopfschmerzen, wahrscheinlich ein Kater vom Vorabend. Deshalb nehme ich eine Aspirin und gehe derweil für Greg einkaufen. Auf dem Weg dorthin kommt mir die Ärztin, die mich behandelt hat, Dr. Cameron, entgegen. Sie sieht mich schon ziemlich böse an, dennoch sage ich: „Guten Morgen! Wie geht es Ihnen?“ Doch sie läuft nur weiter, ohne ein Wort gesagt zu haben. Sehr zu mögen scheint sie mich nicht. Endlich stehe ich vor dem Supermarkt. Ich gehe hinein und nehme mir einen Einkaufswagen, schlendere gemütlich durch die Regale und komme schließlich zur Kassa. „Das macht dann $ 49,75“, sagt die Verkäuferin zu mir. Ich gebe ihr das Geld und packe die Lebensmittel ein. Schon wenige Sekunden später bin ich wieder auf dem Weg zu Gregs Wohnung.

 

4

 

Als ich die Wohnung betrete, finde ich einen Mann vor, ich kenne ihn nicht, aber er sieht auch nicht schlecht aus. „Guten Morgen... ähm, kann ich Ihnen helfen?“, frage ich irritiert. „Oh, hallo, ich bin James Wilson, House’s bester Freund. Es tut mir leid, dass ich hier einfach reingeplatzt bin. Aber ich musste dringend Unterlagen holen, die ich vorgestern bei ihm liegen gelassen habe. Und wer sind Sie?“ Kurze Zeit zögere ich, ob ich meinen richtigen Namen sagen soll, oder lieber den Gefälschten. Ich entschließe mich dazu, nicht zu lügen und erwidere: „Ich bin Svenja da Silva. Allerdings lebe ich unter dem gefälschten Namen Lara Tardón, denn die argentinische Mafia will mich umbringen.“ Wilson sieht mich mit großen Augen an, er scheint nicht glauben zu können, dass jemand mir etwas tun würde. „Nun, Svenja. Wie ist House denn als Mitbewohner? Ich habe während meiner Scheidung auch mal bei ihm gelebt, aber er war nicht besonders nett. Bitte sagen Sie, wenn er Sie schlecht behandelt.“ „Oh nein, er ist wirklich nett zu mir, vielen Dank!“ Ich kann gar nicht glauben, dass Greg ein schlechter Mitbewohner wäre, so wie er gestern zu mir war. „Und, was machen Sie beruflich?“, frage ich Wilson nun. – „Ich leite die Onkologie im Princeton Plainsboro, manchmal arbeiten House und ich zusammen, aber eigentlich nur in seltenen Fällen. Sagen Sie, gehen Sie eigentlich gerne ins Theater?“ – „Ja, ich liebe das Theater, warum?“ – „Ich habe Karten dafür, aber House und Theater... das ist so als würde man von einem Hund erwarten, ein Handy zu bedienen... und sonst wüsste ich niemanden, der vielleicht gerne mit mir hingehen würde.“ – „Oh, ja, ich würde liebend gerne mit Ihnen ins Theater, für welche Vorstellung haben Sie denn Karten?“ – „Genau gesagt sind die Karten für ein Ballett, für den Nussknacker. Mögen Sie den Nussknacker?“ – „Ja, ich wollte ihn immer schon sehen, aber habe ebenfalls nie jemanden gefunden, der mit mir hingehen würde. Die Karten sind also für heute Abend?“ – „Ja, genau.“ – „Bitte, sagen Sie du. Und ja, ich bin dann um 19 Uhr fertig.“ – „Perfekt, und du kannst mich auch duzen.“

 

Mittlerweile ist es nun schon 14 Uhr, ich beschließe mich zu duschen, damit ich frisch bin für den Abend mit Gregs Kollege. Also schalte ich das Radio ein, stelle mich unter die Dusche und singe laut mit. Nach einer halben Stunde bin ich fertig, ich fühle mich frisch und erholt. Anschließend koche ich Spaghetti mit Tomatensauce und lasse auch noch etwas für Greg übrig. Während ich sie esse, schaue ich Fernseher. Es kommt gerade eine lustige Dokumentation über Seehunde, als es an der Haustür klingelt.

Ich gehe an die Tür, da steht wieder Dr. Cameron, verduzt öffne ich ihr und frage sie: „Hi, was wollen Sie hier?“ – „Ach, reden Sie nicht so. Sie wissen genau, wieso ich hier bin. Ich liebe House, Sie haben das gesehen. Wenn Sie ihm auch nur einen Schritt zu nahe kommen sollten, werde ich Ihnen das Leben zur Hölle machen! Ist das klar?“ – „Nun, was wäre, wenn ich ihm schon näher gekommen wäre... was wollen Sie überhaupt dagegen tun?“ – „Na warten Sie nur ab!“ Mit diesem Satz rennt Cameron weg, sie fängt während dem Laufen an zu weinen und stürzt sich in ihr Auto.

 

Es ist schon 5 Uhr, gerade kommt Greg zur Tür rein. „Hi, Lara“, höre ich von der Tür her. Inzwischen bin ich schon fast fertig fürs Theater. „Greg, ich muss dir etwas sagen. Ich heiße gar nicht Lara, ich lebe nur unter diesem Namen, weil ich von der argentinischen Mafia gesucht und verfolgt werde. Ich ändere meinen Namen ungefähr alle 3 Monate. Im Moment war es nun mal Lara. Aber in Wirklichkeit heiße ich Svenja da Silva.“ House sieht mich mit großen Augen an. „Wow“, ist alles, was er im Moment rausbringt. Er geht in die Küche und findet die Nudeln. „Sind die für mich?“, fragt er als er versucht, vom Thema abzulenken. „Ja, aber bitte... ich hätte es dir früher erzählen sollen, das ist mir bewusst. Aber bitte lass es gut sein. OK?“ Nun nickt er schon fast verständnisvoll, gibt mir einen kleinen Kuss und verschwindet mit den Nudeln, die er sich in der Zwischenzeit aufgewärmt hat. „Danke“, sage ich und lächle. „Haben wir was bestimmtes vor heute?!“, fragt er, als er mein Outfit bemerkt, „du bist schick angezogen. Das heißt, entweder hast du einen Freund oder willst mich ausführen. Weil du aber kein Geld hast, tippe ich auf das Erste. Wer ist es?“ Ich staune, denn ich hätte mir nie gedacht, dass es ihm wirklich wichtig wäre, was ich in meiner Freizeit mache.  „Ähm,... ja, es ist...“, weiter komme ich nicht, denn House unterbricht mich schon: „Es ist Wilson! Er hat es mir erzählt! Wenn eine meiner Huren ein Privatleben hat, stört es mich auch nicht, wir haben gerade einmal miteinander geschlafen, es ist mir egal, verdammt!“

 

5

 

Jetzt klingelt es an der Tür. Wilson ist da und holt mich ab. „Wow, du sieht wirklich umwerfend aus“, sagt er zu mir, als ihm mein hellrosa Abendkleid auffällt. „Danke. Können wir gehen?“ Also steigen wir in sein Auto, einen wunderschönen, ziemlich neuen Mercedes. „Hast du eigentlich schon zu Abend gegessen?“, fragt er mich nach kurzer Zeit. Die Autofahrt mit ihm verläuft nicht so schweigend, wie mit House. „Nein, warum?“ – „Ich habe mir das schon fast gedacht, deshalb habe ich vorher einen Tisch im 4 Seasons reserviert, ich hoffe, das ist in Ordnung?“ – „Natürlich. Ich hab mir schon fast gedacht, dass das Theater erst später anfängt...“ – „Ja. Was arbeitest du eigentlich?“ – „Ich bin Salsatänzerin. Bis vor kurzem habe ich noch durch Amerika getourt. Aber dann hat mein Tanzpartner mich verlassen. Ist eine lange Geschichte. Vielleicht werde ich mir jetzt hier etwas suchen, ich habe einen Bankerabschluss, da kann ich auch noch was anderes arbeiten und ansässig werden. Was machst du eigentlich gern in deiner Freizeit?“ – „Nun ja, ich gehe gern ins Theater, in Kunstgalerien, höre Musik. Hin und wieder gehe ich auch gerne Rad fahren. Und, was machst du so?“ – „Ich tanze natürlich gerne, fahre auch Rad, höre Musik, sehe mir gerne Filme an und verreise sehr gerne.“ – „Ja, reisen gehört auch noch zu meinen Hobbys.“
Schließlich sind wir da, Wilson steigt aus, rennt ums Auto und öffnet mir höflich die Tür, wir gehen gemeinsam die Treppe hoch und werden schon begrüßt, als wir das 4 Seasons betreten. Sofort werden wir zu unserem Tisch geführt und bekommen die Speisekarte, sowie eine Flasche gut gelagerten, ich glaube sehr teueren, Wein. „James, das ist wirklich wundervoll!“ – „Ich freue mich wirklich, dass es dir gefällt. Ich habe dich im Krankenhaus schon bemerkt, ich fand dich beim ersten Anblick wirklich unglaublich toll.“ – „Wirklich?“ – „Ja, schon wie du da lagst. Wollen wir die Muscheln nehmen?“ – „Natürlich! Ich liebe Muscheln, es gibt einfach nichts besseres...“ – „Ja, genau das finde ich auch. Aber fast alle meine Freunde hassen sie.“ Also bestellen wir die Muscheln, es sind welche mit Weißweinsauce. Sie schmecken einfach vortrefflich. Als wir fertig gegessen haben, kommt noch eine kleine Überraschungsnachspeise, Erdbeeren in Sekt. „Es ist der neue Trend in England und schmeckt einfach unübertrefflich. Ich hoffe, du findest das auch“, meint Wilson schließlich. Ich probiere ein Stück, und muss wirklich staunen, denn es schmeckt noch besser als es aussieht, und es sieht schon sehr delikat aus. Nun sind wir endgültig fertig mit dem Essen und er bezahlt alles. Wir machen uns auf den Weg zu seinem Wagen, wo er mir erneut die Tür aufhält und diese auch für mich schließt. Jetzt fahren wir zu dem Theater, als Wilson plötzlich meint: „Ich habe eigentlich noch nie von diesem Theater gehört, bis ich die Karten geschenkt bekommen habe. Eigentlich gehe ich immer ins New Jersey State Theater, aber dieses scheint etwas abgelegen zu liegen. Mal sehen, wie es ist.“ „Ja genau. Und auch wenn das Theater selbst nicht so toll ist, die Vorstellung wird sicher die gleiche sein, wie im New Jersey State Theater.“, ermutige ich ihn letztendlich. „Ja, so wird es wohl sein...“

 

Doch es kommt ganz anders. Das Theater selbst ähnelt schon einmal eher einer Bruchbude, doch Wilson und ich beschließen, der Vorstellung eine Chance zu geben und setzen uns auf unsere Plätze, die Sitze sind aber ganz normale Stühle, also sehr unbequem. Auch das restliche Publikum besteht eher aus Leuten, die in halb kaputten Jeans und Shirts aufgetaucht sind, es scheinen eher asoziale Menschen zu sein, doch wir hoffen weiterhin auf eine gute Aufführung, die auch gerade beginnt. Der Vorhang geht auf und es kommen Leute zum Vorschein. Doch wir staunen sehr negativ, denn die Schauspieler sind kaum bis gar nicht geschminkt, haben leicht zerrissene Kleidung an und können meiner Meinung nach auch nicht tanzen. Wilson scheint das gleiche zu denken, denn er stupst mich an und meint leicht angewidert: „Es tut mir wirklich leid, dir etwas derartiges zuzumuten. Sollen wir gehen?“ Aber genau in diesem Moment werde ich auch von hinten angestupst, allerdings nicht so sanft wie von Wilson. Ein schmieriger, ungepflegter Mann, ungefähr Ende 30, mit Jeans und einem Feinripp-Tanktop fragt mich: „Hey Puppe, wie viel verlangst du in der Stunde? Bläst du auch?“ Wilson hat das alles natürlich auch gehört, ehe ich mich versehen kann, steht er auf und schlägt den Mann genau auf die Nase. Der Mann geht zu Boden, ich sehe ihm noch kurz nach, er hat angefangen zu bluten, wahrscheinlich ist die Nase auch gebrochen, doch Wilson nimmt mich an der Hand und wir gehen hinaus aus dem Saal.

 

Draußen stehen wir noch kurz vor dem Auto. „Ich hätte nie gedacht, dass es so unmögliche Menschen gibt. Wollen wir lieber mal schauen, ob im Kino vielleicht ein guter Film läuft?“, fragt Wilson enttäuscht. „Ja, warum nicht. Aber diesmal zahle ich.“ Denn immerhin habe ich vor wenigen Stunden meine Konten geregelt, jetzt habe ich erst mal genug Geld, um mich für ein paar Monate über Wasser zu halten. „Ich dachte du hast fast kein Geld?“, wundert sich Wilson aber, ich habe ihm natürlich noch nichts davon erzählt. Also kläre ich die Sache auf: „Meine Cousine hat mir meine zwei Konten zusammengelegt, ich hatte nämlich nur die eine Karte dabei. Deshalb habe ich jetzt mein ganzes Geld abrufbereit.“

 

Wir fahren Richtung Kino, in der Hoffnung, dass es eine gute, noch nicht ausverkaufte Vorstellung gibt. Die Autofahrt dauert fast 15 Minuten, die wir eigentlich nur mit Konversation über Autos verbringen, bei der am Ende rauskommt, dass Wilson eher auf Limousinen steht, während ich ein Fan von Cabrios bin. Einen Parkplatz finden wir zum Glück sehr schnell, doch kaum eine Minute nachdem wir aus dem Auto gestiegen sind, wird uns klar, dass es an diesem Abend noch mehrere Menschen gibt, die ins Kino wollten. Alle guten Filme sind ausverkauft, die einzigen Alternativen wären Winnie Puh oder SpongeBob Schwammkopf- Der Film. Weil wir uns einig sind, diese Kinderfilme absolut nicht sehen zu wollen, sitzen wir ins Auto und diskutieren, was man sonst machen könnte:

„Wir könnten... mann, ich weiß nichts...“, beginne ich schließlich.

„Ich auch nicht. Was wäre mit...? Mir fällt einfach nichts ein!“

„Ja, so kommen wir bestimmt nicht weiter. Gibt es nicht noch ein Kino in der Gegend?“

„Nein, leider nicht. Hast du noch Hunger?“

„Ja, schon irgendwie. Die Muscheln waren ja nicht gerade groß.“

„Komm, gehen wir in ein Diner. Ich kenne hier in der Nähe eines, du wirst überrascht sein. Diesmal aber im positiven Sinn!“

„Das will ich aber auch hoffen! Die Idee ist aber wirklich gut.“

Wilson fährt los, ungefähr zwei Straßen weiter sind wir schon da. Es ist ein kleines, aber wirklich niedliches Diner, es heißt Luke’s. Wir haben den Laden gerade erst betreten, kommt schon ein freundlicher Mann, wahrscheinlich Luke, auf uns zu und überreicht uns eine umfangreiche Speisekarte, die mir fast schon sympatischer vorkommt, als die im 4 Seasons.

Schon nach kurzem Überlegen sind Wilson und ich uns einig, dass wir einen Hamburger mit Pommes wollen, dazu einen Kaffee.

Auch die Zubereitung dauert nicht besonders lange, denn schon nach ungefähr fünf Minuten steht ein riesiger Teller mit einem sogar noch größeren Hamburger und vielen Pommes darauf auf unserem Tisch. „Guten Appetit!“, wünscht mir Wilson. Ich erwidere es und wir beginnen zu essen.

 

Als wir fertig sind, über eine Stunde später, reden wir noch ein wenig und bezahlen dann. Wilson will mich nach Hause fahren, aber schon kurz nach dem Einsteigen schlafe ich ein. Es fällt ihm auch gleich auf, weil er mich gefragt hat, ob mir der Abend auch gefallen hat, aber keine Antwort bekommen hat. Deshalb beschließt er, mich schlafen zu lassen und fährt weiter zu seiner Wohnung. Als wir ankommen, trägt er mich sanft vom Auto in sein Bett und deckt mich zu. Er selbst schläft, höflich und anständig wie er nun mal ist, auf seinem Sofa.
29.10.08 22:14





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